Samstag, 15. Dezember 2018

Merck & Co senkt sogar die Preise Nächster Pharmariese knickt vor Trump ein

Merck & Co verzichtet nicht nur auf höhere Preise, sondern senkt sie für bestimmte Medikamente sogar - vorerst jedenfalls

Es ist schon bemerkenswert, wie die Pharmariesen Novartis und Pfizer nach Tweet-Angriffen von US-Präsident Donald Trump auf Preiserhöhungen verzichten. Jetzt hat Merck & Co sogar die Preise gesenkt.

Die harsche Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Preispolitik von Pharmakonzernen zeigt in der Branche immer mehr Wirkung. Nach der Ankündigung des US-Unternehmens Pfizer und des schweizerischen Branchenvertreters Novartis, auf Preiserhöhungen zu verzichten, kündigte der amerikanische Konzern Merck & Co. am Donnerstag sogar Senkungen an.

So soll der Preis für das Hepatitis-Medikament Zepatier um 60 Prozent fallen. Bei anderen Produkten will Merck 10 Prozent weniger verlangen. Man werde den durchschnittlichen Nettopreis der Medikamente nicht über den Anstieg der jährlichen Inflation erhöhen, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr seien die Nettopreise des US-Produktportfolios sogar um 1,9 Prozent gefallen.

Trump hatte Pfizer am Dienstag vergangener Woche bei Twitter scharf angegriffen - der US-Konzern solle sich schämen, ohne Grund Arzneimittelpreise anzuheben. Noch bevor das Unternehmen sein Statement abgeben konnte, twitterte der US-Präsident: "Pfizer nimmt seine Preiserhöhungen zurück, so dass amerikanische Patienten nicht mehr zahlen." Er hoffe, dass andere Firmen das Gleiche täten.

US-Gesundheitssystem gilt als teuer und ineffizient

Später dann bedankte sich Trump scheinheilig bei den Konzernen: "Ein Dankeschön an Novartis, dass sie die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente nicht erhöhen", twitterte der US-Präsident unter anderem und schrieb zudem: "Wir setzen viel daran, die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente zu senken, vielleicht auch substanziell."

Anleger nahmen die Ankündigung von Merck am Donnerstag gelassen auf. Der Aktienkurs geriet nur vorübergehend leicht unter Druck. US-Pharmakonzerne stehen schon lange wegen ihrer Preispolitik in der Kritik. Pfizer ist als Branchenführer besonders im Fokus. Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit.

rei/dpa-afx

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