Dienstag, 27. September 2016

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Kommentarreihe: Wie stark ist Deutschland wirklich? "Deutschland muss gute Bedingungen für Europa schaffen"

Merck-Chef Karl-Ludwig Kley: "Sich auszuklinken ist keine Option"

Lorbeer ist ein schnell welkendes Gemüse, meint der Vorstandschef des Pharma- und Chemiekonzerns Merck. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, braucht Deutschland ein starkes Europa, globale Partnerschaften - und den Mut, mitzugestalten.

"Wir" sind nicht mehr Papst, aber dafür momentan so ziemlich alles andere, was zählt. Deutschland ist Fußballweltmeister, hat mehrere der lebenswertesten Großstädte überhaupt und wurde jüngst von der BBC erneut zum beliebtesten Land der Welt gekürt.

Deutschland ist die treibende Wirtschaftskraft in Europa und wird von reformwilligen Politikern auf dem ganzen Kontinent als Vorbild zitiert. Andere Länder suchen händeringend nach Wegen zur Reindustrialisierung und schauen neidisch auf die Dynamik der "Hidden Champions" aus dem deutschen Mittelstand. Unser duales Ausbildungssystem wird mittlerweile sogar in den USA imitiert. Die Steuereinnahmen eilen von Rekord zu Rekord und die Höhe des deutschen Exportüberschusses hat auch niemanden wirklich überrascht. Das Magazin Newsweek hat bereits den Beginn des "deutschen Jahrhunderts" ausgerufen.

Nicht schlecht für ein Land, das noch vor etwas mehr als zehn Jahren als kranker Mann Europas gescholten wurde.

Doch mit Erfolgen ist es so eine Sache. Dass man sich auf Lorbeeren nicht ausruhen sollte, ist allgemein bekannt. Der italienische Schriftsteller Giovanni Guareschi bezeichnete den Lorbeer gar als "schnell welkendes Gemüse". Wenn Deutschlands Erfolg nicht ebenso schnell welken soll, müssen wir kontinuierlich etwas dafür tun. Doch was?

Deutschland steht vor der Herausforderung, dass es nicht mehr ganz alleine über die Komponenten seiner Wettbewerbsfähigkeit entscheidet. Viele der Regeln, nach denen im vergangenen Jahrzehnt wichtige Strukturentscheidungen gefällt wurden, werden für die kommende Dekaden wenig wert sein. Wir können also nicht in Legislaturperioden denken, sondern müssen weiter in die Zukunft schauen.

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