Freitag, 18. Januar 2019

Autoabsatz 2018 Mercedes mit Verkaufsrekord, doch Konzernabsatz steigt nur leicht

Meistverkaufte Premium-Marke: Mercedes setzte 2018 2,31 Millionen Fahrzeuge ab und bleibt damit vor BMW. Beim Konzernabsatz liegt Konkurrent BMW mit den Marken BMW, Mini und Rolls Royce jedoch knapp vor den Schwaben mit den Marken Mercedes und Smart

Die mehrmonatige Absatzflaute im Sommer hat den Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen im vergangenen Jahr ausgebremst. Knapp 2,44 Millionen weltweit verkaufte Autos von Mercedes-Benz und Smart bedeuten dennoch ein knappes Plus von 0,6 Prozent gegenüber 2017, wie der Daimler-Konzern am Dienstag mitteilte. Aus den Vorjahren war Daimler deutlich höhere Zuwachsraten beim Absatz gewohnt gewesen.

Im Sommer 2018 hatten sich jedoch diverse Probleme und Verzögerungen, unter anderem die Umstellung auf den neuen Abgasteststandard WLTP, auf die Zahlen ausgewirkt. Mehrere Monate in Folge war der Absatz zurückgegangen, erst der Oktober brachte wieder ein Plus. Vertriebschefin Britta Seeger sprach in einer Mitteilung von einem "herausfordernden Jahr", in dem sich Daimler aber trotzdem an der Spitze des Premiumsegments behauptet habe. Aktionäre nahmen die Zahlen mit Wohlwollen auf: Die Aktie von Daimler Börsen-Chart zeigen gehörte am Mittwoch mit einem Plus von rund 3 Prozent zu den besten Werten im Dax Börsen-Chart zeigen.

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Von der Kernmarke Mercedes-Benz verkaufte Daimler im Jahr 2018 2,31 Millionen Fahrzeuge. Damit liegen die Schwaben voraussichtlich mit ihrer Kernmarke zum dritten Mal in Folge vor dem Hauptkonkurrenten BMW. BMW hat jedoch noch keine Verkaufszahlen für seine weiß-blaue Kernmarke vorgelegt.

Absatz: Mercedes vor BMW, doch BMW-Konzern vor Daimler

Konkurrent BMW Börsen-Chart zeigen behalf sich im Kampf um die begehrte Premiumkrone einfach mit einer anderen Kennzahl: dem Konzernabsatz, zu dem alle drei Automarken BMW, Mini und Rolls Royce gehören. Von den drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2,49 Millionen Fahrzeuge verkauft (plus ein Prozent), wie Vorstandschef Harald Krüger auf Twitter mitteilte. Damit sei der BMW-Konzern "der weltgrößte Premium-Autobauer".

Die Marken Mercedes Benz und Smart, die zu Daimlers Pkw-Sparte gehören, setzten 2018 gemeinsam knapp 2,44 Millionen Fahrzeuge (plus 0,6 Prozent) ab.Die Kleinwagenmarke Smart verkaufte sich schlechter als 2017. Gut 128.800 abgesetzte Exemplare bedeuteten ein Minus von 4,6 Prozent.

Analyst Frank Schwope von der NordLB sprach von irrelevanten Marketingspielereien: "Man redet ja von Premiummarken und nicht von Premiumkonzernen." Der Autoexperte sagte weiter: "Mercedes liegt vor BMW, ganz klar."

Mercedes vor allem in China beliebt - doch Rückgang in USA

Die Kernmarke Mercedes-Benz legte um 0,9 Prozent auf 2,31 Millionen verkaufte Fahrzeuge zu, was vor allem auf den großen Erfolg in Asien und insbesondere in China zurückzuführen ist. In Europa und Nordamerika brachte Daimler weniger Autos an die Kunden als 2017. Wichtiger Absatztreiber blieben die sogenannten SUVs. Mittlerweile gehöre jeder dritte verkaufte Mercedes in dieses Segment, hieß es.

In China legte der Absatz der Marke mit dem Stern im vergangenen Jahr um rund elf Prozent zu. In den USA verkauften die Schwaben dagegen gut sechs Prozent weniger Autos; Mercedes kämpfte auf dem weltweit zweitgrößten Pkw-Markt hinter China lange mit den Nachwirkungen eines Brandes bei einem Zulieferer.

Audi im Kampf um die Premium-Krone vorerst abgeschlagen

Autoexperte Schwope geht davon aus, dass Mercedes beim Absatz momentan einen sehr großen Vorsprung gegenüber BMW hat. "Langfristig wird es sicher ein Zweikampf bleiben, Audi ist die nächsten Jahre erstmal abgeschlagen." Mercedes hatte in der Vergangenheit den Spitzenplatz im Premiumsegment lange wie selbstverständlich inne - und verlor ihn 2005 an BMW. 2011 zog auch Audi Börsen-Chart zeigen an den Schwaben vorbei. Mithilfe vieler neuer Modelle und einem neu aufgestellten Vertrieb in China setzte sich Mercedes 2016 wieder an die Spitze der drei Dauerrivalen.

la/dpa-afx/reuters

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