Dienstag, 24. Mai 2016

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Wie Männer wirklich sind - Teil 5 Männer, macht euer Ding!

Leistungsträger, Super-Papa - es gibt unzählige Vorstellungen, wie moderne Männer zu sein haben. In seinem Buch "Männer" räumt Björn Süfke mit der Idee eines neuen Männerbildes auf. Im fünften und letzten Teil erklärt der Autor, wie Männer der Falle ständig wachsender Erwartungen entkommen können. Und schreibt einen Wunschzettel.

Die traditionelle Männlichkeit steht - ebenso wie die traditionelle Weiblichkeit - im Dienste einer Geschlechterspaltung, die einen biologischen Ursprung und natürlich auch einen biologischen Sinn hatte. Aber nur weil etwas einen biologischen Ursprung hat, müssen wir als Gesellschaft es nicht grundsätzlich aufrechterhalten. Es gibt auch einen biologischen Hintergrund für die Tatsache, dass Männer öfter und lieber im Stehen pinkeln als Frauen. Wenn sich die Gesellschaft aber entscheidet, abgeschlossene Räume mit meistens einer einzigen universellen Vorrichtung für sämtliche Ausscheidungsaktivitäten beider Geschlechter einzurichten, dann kann man auf den biologischen Unterschied getrost … also, ich meine, dann braucht es eben eine Regelung, die der gesellschaftlichen Entwicklung Tribut zollt.

Ebenso hat sich auch der biologische Sinn der weiblichen Vormachtstellung bei der Kinderbetreuung mittlerweile weitgehend erledigt, da heute beide Geschlechter bei der Ernährung und Versorgung von Kindern ähnliche, im Falle des Nicht-Stillens sogar identische Möglichkeiten haben.

Björn Süfke
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    Süfke
    Björn Süfke ist Diplom-Psychologe und arbeitet als Psychotherapeut mit Männern aller Altersstufen. Er lebt mit seiner Familie bei Bielefeld. Zuletzt erschienen von ihm "Männerseelen. Ein psychologischer Reiseführer" (Patmos, 2010), "Die Ritter des Möhrenbreis. Geschichten von Vater und Sohn" (Walter, 2010). Weitere Informationen unter www.maenner-therapie.de.
Was bleibt, ist der zweite, eher willkürliche, aber nichtsdestotrotz funktionale Sinn einer Geschlechterspaltung: die Erleichterung der Organisation sowohl der Gesellschaft als auch der Familie. Aber: Leichter ist nicht immer schöner! Gesellschaftliche und private Verhandlungsprozesse zwischen den Geschlechtern sind zumutbar. Sie müssen es auch sein, denn die Gesellschaft wird nun einmal immer komplexer und pluralistischer, so dass die relativ simple Aufspaltung nach Geschlecht ohnehin nicht ewig zu halten ist. Die Traditionelle Männlichkeit wird schon deswegen zerfallen, weil ganz einfach in zunehmendem Maße die Bereitschaft von Männern und Frauen schwindet, geschlechtstypische Einschränkungen hinzunehmen.

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