Montag, 11. Dezember 2017

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Falls EU kein grünes Licht gibt Lufthansa arbeitet an "Plan B" für Niki

Die Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki durch die Lufthansa ist noch nicht in trockenen Tüchern

Im Ringen um die Air-Berlin-Tochter Niki macht die Lufthansa der EU gegenüber erhebliche Zugeständnisse. Sie verzichtet auf einen Großteil der Start- und Landerechte, arbeitet aber auch an einem "Plan B". Lufthansa-Konkurrent Ryanair kämpft derweil weiter um den Zugang beim Berliner Flughafen Tegel.

Der Lufthansa-Konzern hat im EU-Kartellverfahren weitgehende Zugeständnisse gemacht, um die Air-Berlin-Tochter Niki doch noch übernehmen zu dürfen. "Wir übernehmen praktisch eine Niki sozusagen ohne Slots, wenn es dann zum OK der Europäischen Kommission kommt", sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr am Montag.

In Düsseldorf sollten gar keine Start- und Landerechte mehr bei dem österreichischen Ferienflieger bleiben, in Palma de Mallorca nur einige wenige, erläuterte der Chef des größten Luftverkehrskonzerns Europas auf Nachfrage.

Mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte will Lufthansa die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission gegen die Air-Berlin-Teilübernahme zerstreuen. In der vergangenen Woche hatte der Konzern in Brüssel konkrete Vorschläge eingereicht, wie der Wettbewerb gesichert werden könne. Die Entscheidungsfrist auch zur Übernahme weiterer Teile der insolventen Air Berlin läuft bis zum 21. Dezember. Der Luftfahrtunternehmer und ehemalige Niki-Gründer Niki Lauda hatte jüngst erklärt, zusammen mit Thomas Cook halte er sein Angebot für Niki aufrecht.

Sollte die Übernahme der Niki mit ihren rund 20 Flugzeugen nicht genehmigt werden, greift nach Spohrs Worten ein "Plan B". Er sehe vor, die Lufthansa-Tochter Eurowings in der gleichen Größenordnung aus eigener Kraft wachsen zu lassen. Das sei im Übrigen bereits unmittelbar nach dem Ausscheiden der Air Berlin aus dem Markt gelungen. Man solle die Bedeutung von 20 Flugzeugen angesichts einer Konzerngröße von 750 Jets auch nicht überbewerten.

Ryanair kämpft um Slots am Berliner Flughafen Tegel

Derweil will sich Lufthansa-Konkurrent Ryanair im Rennen um den Zugang zum Berliner Flughafen Tegel nicht geschlagen geben. Die Iren stellen in Aussicht, neun Flugzeuge am größten Flughafen der Hauptstadt zu stationieren, und haben nach eigenen Angaben die Start- und Landerechte für den Sommerflugplan beantragt. "Wir erwarten in Kürze eine Bestätigung der benötigten Slots", teilte Ryanair am Freitag mit. Man wolle 30 Prozent der Kapazitäten der insolventen Air Berlin ersetzen.

Den Platz des bisherigen Platzhirsches Air Berlin wollen eigentlich die Lufthansa -Tochter Eurowings und Easyjet einnehmen. In trockenen Tüchern ist das aber noch nicht. Ryanair hält die geplante Slot-Übernahme durch den Konkurrenten Easyjet für fragwürdig.

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Rei/dpa-afx

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