Samstag, 16. Dezember 2017

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Air-Berlin-Deal in der Schwebe Lufthansa kämpft um Niki und macht Zugeständnisse

Niki Lauda, ehemals Gründer der Fluglinie Niki, will der Lufthansa auf den letzten Metern noch dazwischenfunken. Doch der deutsche Marktführer ist offenbar bereit, im Zuge der Übernahme der Air-Berlin-Tochter Zugeständnisse an die EU-Kommission zu machen

Die Lufthansa hat nach Angaben der EU-Wettbewerbshüter kurz vor Fristende Zugeständnisse für die angestrebte Air-Berlin-Übernahme gemacht. Die Frist für eine Entscheidung verlängere sich damit nun bis zum 21. Dezember, teilte die Brüsseler Behörde am Freitagmorgen mit. Details zu den Lufthansa-Vorschlägen nannte sie nicht.

Der Frankfurter Dax-Konzern will mit den Teilgesellschaften LG Walter und Niki für 210 Millionen Euro einen beträchtlichen Teil des Flugbetriebs von Air Berlin mit 81 Jets und den dazugehörigen Verkehrsrechten übernehmen.

Die EU-Wettbewerbshüter sind bei Firmenzusammenschlüssen zuständig, wenn der Umsatz aller Beteiligten zusammen mindestens fünf Milliarden Euro beträgt. Sie müssen unter anderem prüfen, ob durch die Übernahme in diesem Fall eine Monopolstellung der Lufthansa und möglicherweise schlechtere Bedingungen für Flugreisende entstehen könnten.

Die Lufthansa hatte bis Mitternacht Zeit, den Bedenken entgegenzukommen. Zuletzt hatte sich abgezeichnet, dass die Kommission insbesondere die Übernahme des nicht insolventen Ferienfliegers Niki kritisch sieht. Die Lufthansa könnte dafür etwa auf einzelnen Strecken Flugrechte an Konkurrenten abgeben.

Die EU-Wettbewerbshüter können den Deal nun bis zum 21. Dezember - gegebenenfalls unter Auflagen - durchwinken oder aber eine vertiefte Prüfung einleiten. Dafür wären nochmals 90 Arbeitstage vorgesehen.

Nach Thomas Cook und Luftfahrtunternehmer Niki Lauda hat nach Informationen der "Bild am Sonntag" auch der britisch-spanische IAG -Konzern (British Airways, Iberia) sein erneutes Interesse an der einst vom Rennfahrer Niki Lauda gegründeten Gesellschaft Niki bekundet. Die beiden Unternehmen waren im deutschen Insolvenzverfahren um Air Berlin mit ihren Angeboten nicht durchgedrungen.

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Rei/dpa

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