Sonntag, 4. Dezember 2016

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Tarifabschluss - doch Streit mit Flugbegleitern geht weiter Lufthansa einigt sich mit Bodenpersonal

Lufthansa: Tarifeinigung mit dem Bodenpersonal - doch in der Kabine geht der Konflikt mit den Flugbegleitern weiter

Berlin/Frankfurt - Der Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihrem Bodenpersonal ist beigelegt. Der Konzern und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verständigten sich am Samstag auf einen Abschluss für die rund 30.000 Beschäftigten. Die Einigung betrifft zudem Angestellte bei der IT-Tochter Systems, dem Caterer LSG, bei Lufthansa Technik sowie der Frachttochter.

Nach Angaben beider Seiten gibt es für die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 2250 Euro und eine Lohnerhöhung von je 2,2 Prozent im kommenden Jahr und 2017.

Die Lufthansa hatte zunächst nur eine Einmalzahlungen von 1200 Euro für dieses Jahr angeboten und wollte über das Gehaltsplus für das kommende Jahr später verhandeln. Verdi pochte ursprünglich auf ein Lohnplus von 5,5 Prozent für zwölf Monate.

Auch beim schwierigen Thema Altersversorgung gab es eine Lösung. Die Beschäftigten müssen dafür künftig einen Eigenbeitrag von einem Prozent leisten. Er soll schrittweise eingeführt werden.

Streit mit Flugbegleitern geht weiter - Platzeck soll schlichten

Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen streitet sich aber noch mit den Flugbegleitern. Diesen Konflikt soll der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck lösen. Wann die Kompromisssuche beginnen soll, ist derzeit noch nicht klar. Ufo hatte den Konzern erst vor rund zwei Wochen sieben Tage lang bestreikt - es war die längste und mit weit mehr als 100 Millionen Euro wahrscheinlich auch teuerste Arbeitsniederlegung in der 60-jährigen Firmengeschichte.

In den seit zwei Jahren währenden Tarifverhandlungen geht es vor allem um die Betriebsfrührente für die 19.000 Stewards und Stewardessen bei der Lufthansa.

Zudem liegt die Fluggesellschaft mit der Pilotenvereinigung Cockpit im Clinch. Um die Verhandlungen besser zu koordinieren, lädt die Konzernspitze alle drei Gewerkschaften für Mittwoch zu Spitzengesprächen ein. Hier könnten die Piloten nach anfänglichem Widerstand doch noch mitmachen.

"Wir sind zuversichtlich, bis Anfang der kommenden Woche eine einvernehmliche Lösung mit der Lufthansa herbeiführen zu können, die uns die Teilnahme ermöglichen wird", schreibt die Cockpit-Tarifkommission in einem Brief an die Mitglieder, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei aber noch keine Entscheidung getroffen. Die Lufthansa steckt seit Jahren im Umbau. Derzeit treibt Konzernchef Carsten Spohr vor allem die Expansion der Billig-Tochter Eurowings voran.

la/reuters

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