Samstag, 2. Juli 2016

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Airline zahlt wieder Dividende Lufthansa hebt ab - Aktie stürzt ab

Horrorjahr mit Gewinn abgeschlossen

Die Lufthansa zahlt dank niedriger Spritpreise und steigender Passagierzahlen den Aktionären wieder eine Dividende. Kunden dürfen sich vermutlich über weiter fallende Ticketpreise freuen. Dennoch stürzt die Aktie ab.

Billiges Kerosin hat der Lufthansa Börsen-Chart zeigen in ihrem Horrorjahr 2015 zu einem kräftigen Gewinnsprung verholfen. Während der Absturz eines Germanwings-Flugs und heftige Streiks das Unternehmen durchschüttelten, sprang der Überschuss von 55 Millionen Euro auf 1,7 Milliarden Euro nach oben, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte. Dazu trug auch ein lukrativer Beteiligungsverkauf bei.

Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) legte um 55 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu. Für 2016 stellte Vorstandschef Carsten Spohr eine leichte Steigerung des bereinigten Ebit in Aussicht.

Dennoch kamen die Zahlen am Markt nicht an. Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen fielen in der Spitze um mehr als 6 Prozent und rutschten damit ans Dax-Ende. Seit Monatsbeginn kommen die Titel auf ein Plus von knapp elf Prozent. Insofern sind Gewinnmitnahmen eine mögliche Erklärung für den Kursrückgang.

"Die Jahreszahlen blieben ohne größere Überraschungen", urteilte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp in einem Kommentar. Die Dividende sei etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Lufthansa will für 2015 eine Gewinnbeteiligung von 50 Cent je Titel auszahlen, die DZ Bank hatte mit 55 Cent gerechnet. Manche Händler erklärten auch, der Ausblick könnte Investoren enttäuscht haben.

Lufthansa geht von weiter fallenden Ticketpreisen aus

Die Ticketpreise dürften weiter fallen. Finanzchefin Simone Menne erwartet aber auch, dass die Lufthansa eine weitere Milliarde Euro weniger für Treibstoff ausgeben muss.

Nachdem die Aktionäre für 2014 leer ausgegangen waren, sollen sie für 2015 nun eine Dividende von 50 Cent erhalten. Der Umsatz wuchs im abgelaufenen Jahr um knapp sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro.

Trotz der Streiks hat die Lufthansa im vergangenen Jahr so viele Passagiere befördert wie noch nie. Die Zahl der Fluggäste kletterte konzernweit um 1,6 Prozent auf 107,7 Millionen. Zur Lufthansa gehören auch die Fluglinien Swiss, Austrian Airlines und ein Teil von Brussels Airlines. Bei letzterer prüfe die Lufthansa derzeit die weiteren Optionen, sagte Finanzchefin Simone Menne. Die Entscheidung solle bis Mitte des Sommers fallen.

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rei/dpa/Reuters

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