Mittwoch, 20. März 2019

Möglicher Insider-Deal Linde-Chefkontrolleur Reitzle im Visier der Wertpapieraufsicht

Wolfgang Reitzle

Kurz vor dem zweiten Anlauf zur Fusion mit dem US-Rivalen Praxair muss der Münchner Gasehersteller Linde Börsen-Chart zeigen einen herben Rückschlag hinnehmen. Noch bevor die Gespräche konkret begonnen haben, ist einer der wichtigsten Unterhändler der Deutschen ins Visier der Wertpapieraufsicht geraten: Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

Reitzle hatte im vergangenen Juni mehrmals Linde-Aktien im Wert von insgesamt rund einer halben Million Euro gekauft - obwohl intern schon damals über einen Zusammenschluss diskutiert worden war, die Öffentlichkeit davon aber noch nichts wusste.

Als die Pläne Mitte August erstmals offiziell bestätigt wurden und sich die Linde-Aktie vorübergehend um gut 20 Prozent verteuerte, leitete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine routinemäßige Überprüfung ein. Diese wurde inzwischen abgeschlossen und stattdessen eine förmliche Insider untersuchung eröffnet.

Das heißt, die Behörde geht gezielt dem Verdacht nach, dass einzelne Personen, die frühzeitig in die Pläne eingeweiht waren, ihr Wissen eingesetzt und für privilegierte Käufe genutzt haben könnten. Eine Ba-Fin-Sprecherin wollte allerdings keine Namen von Betroffenen nennen.

la/mmo

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