Freitag, 22. Februar 2019

Legendärer Spruch Swatch will sich Apples "One more thing" sichern

Zwei Chefs, ein Gedanke: Swatchs Nick Hayek (l.) und Apples Steve Jobs sind offenbar beide Fan von "Columbo"
DPA; Getty Images
Zwei Chefs, ein Gedanke: Swatchs Nick Hayek (l.) und Apples Steve Jobs sind offenbar beide Fan von "Columbo"

Die Phrase "One more thing" ist legendär, Apple-Gründer Steve Jobs leitete damit die Präsentation vieler neuer Produkte ein. Künftig will offenbar auch Swatch-Chef Nick Hayek das geflügelte Wort verwenden - der Uhrenriese aus der Schweiz hat bereits ein Schutzgesuch eingereicht.

Hamburg - "One more thing." Apple-Fans lieben diesen Satz. Bei zahlreichen Präsentationen spielte der Firmengründer und langjährige Apple-Chef Steve Jobs damit auf den US-Schauspieler Peter Falk in der Rolle des legendären Kommissars Columbo an.

In bestem Columbo-Stil tat Jobs gegen Ende seiner Events so, als wolle er bereits die Bühne verlassen. Doch dann drehte er sich um und präsentierte ein weiteres Highlight. Meist war es die Topnachricht des Tages, ein neues Apple-Produkt beispielsweise, wie der iMac, der iPod oder verschiedene Modelle des iPhones.

Eingeleitet hat der 2011 verstorbene Jobs diese Schlussakkorde seiner "Stevenotes" regelmäßig mit eben jenem viel zitierten "Just one more thing", mit dem auch Kommissar Columbo gegenüber seinen Verdächtigen im Fernsehen stets den eigentlich entscheidenden Teil der Befragung begann.

Für die Apple-Gemeinde weltweit gehört der Satz, den Jobs Ende der 90er Jahre erstmals verwendet hat, seit Jahren zu dem Kultunternehmen aus Kalifornien so wie das Logo mit dem angebissenen Apfel oder das kleine "i", mit dem die meisten Produktnamen von Apple Börsen-Chart zeigen beginnen. Das weiß auch Tim Cook, Jobs Nachfolger an der Konzernspitze. Als der im vergangenen Jahr die Apple Watch als jüngste Innovation aus seinem Hause präsentierte, begann er den Teil seines Vortrags, in dem es um die neue Smartwatch ging, ebenfalls mit dem geflügelten Wort: "Just one more thing."

Künftig allerdings werden sich die Apple-Fans ihre Lieblingsphrase möglicherweise mit den Kunden eines anderen Weltkonzerns teilen müssen. Wie die Schweizer "Handelszeitung" berichtet, erhebt auch die Swatch Gruppe, ihres Zeichens weltgrößter Uhrenhersteller, Ansprüche auf die Formulierung "One more thing".

Swatch versus Apple

Swatch habe beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum ein Schutzgesuch für die Marke "Swatch One More Thing" eingereicht, zitiert die "Handelszeitung" online aus ihrer jüngsten Ausgabe. Verbunden sei dieses Gesuch mit Aspekten wie "GPS", Smartphone" und "MP3".

Sollte es über den Gebrauch der Formulierung zum Konflikt kommen, so wäre es nicht das erste Mal, dass Swatch und Apple aneinander geraten. Die Alarmglocken in der Swatch-Zentrale im schweizerischen Biel dürften angegangen sein, als Apple-Chef Cook der Welt im September vergangenen Jahres eben jene Apple Watch vorstellte.

Mit dieser jüngsten Innovation stößt der Konzern mit dem "i" in ein neues Geschäftsfeld vor, nämlich den Uhrenmarkt. Über die möglichen Erfolge, die die Kalifornier dort erzielen können, wird bereits lebhaft spekuliert. Analysten warnen davor, die Absatzchancen Apples zu unterschätzen. Nach letzten Informationen dürfte der Verkauf der Uhr nicht vor März 2015 starten, und zwar je nach Ausstattung zu Preisen ab 349 Euro.

Die Frage ist nun: Wie gefährlich kann Apple den etablierten Uhrenherstellern mit der Neuerung werden? Mehrere Vertreter der Branche gaben zu dem Thema bereits ihre Kommentare ab - wie nicht anders zu erwarten, fielen diese meist kritisch aus.

Auch Swatch-Chef Nick Hayek äußerte sich bereits ausführlich zur Apple Watch - und auch sein Urteil fällt äußerst negativ aus. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" sprach er dem Produkt vor einigen Wochen die Massentauglichkeit ab. "Unter Steve Jobs hätte es das nicht gegeben", so der Swatch-Chef.

Tatsächlich arbeitet allerdings auch Swatch an Uhren mit Touch- und Zusatzfunktionen im Stile einer Smartwatch. Interview-Äußerungen Hayeks zufolge soll die "Swatch Touch" im Sommer dieses Jahres auf den Markt kommen. So weit sind die Schweizer von den Ideen der Kalifornier also offenbar doch nicht entfernt - wie auch der künftige Werbespruch "One more thing" erkennen lässt.

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