Montag, 26. Juni 2017

Frankfurter Bank Hier bekommen Sie Kredit - und noch einen Zuschuss obendrauf

Mähdrescher: Landwirte sind finanzielle Hilfen gewöhnt - und bekommen nun bei Abschluss eines Kredits einen Förderzuschuss von der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Das Zinstief in Europa hat drastische Folgen. Nun vergibt eine deutsche Bank Kredite, die mit einem Förderzuschuss verbunden sind. In den Genuss kommt aber hauptsächlich eine bestimmte Berufsgruppe.

Viele Banken in Deutschland können sich dank der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu negativen Zinsen Geld am Finanzmarkt leihen. Die Landwirtschaftliche Rentenbank will diesen Vorteil nun an Kreditkunden weitergeben, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die öffentlich-rechtliche Förderbank finanziert vor allem landwirtschaftliche Betriebe.

Dies soll folgendermaßen funktionieren: Die Landwirtschaftliche Rentenbank vergibt ihre Förderkredite zum Zinssatz von null Prozent an die Hausbanken von Landwirten. Diese reichen das Geld weiter - und erheben dafür einen Risikovorschlag von mindestens 1 Prozent. Bei Abschluss des Kredits zahlt die Landwirtschaftliche Rentenbank nun einen einmaligen Förderzuschuss, der aktuell ebenfalls ein Prozent beträgt.

Bei Kunden bester Bonität werden auf diese Weise die Zinskosten im ersten Jahr ungefähr ausgeglichen. Die Landwirte in Deutschland bekommen den Kredit also im ersten Jahr der Laufzeit praktisch umsonst. Ziel des Förderzuschusses ist es, Kunden bei einer Zinsbindung von maximal 5 Jahren Kredite zu ermöglichen, die unter 1 Prozent Zinsbelastung liegen.

Auch wenn insgesamt nur wenige ausgewählte Kunden in den Genuss solcher Kredite kommen: Das Vorhaben der Landwirtschaftlichen Rentenbank ist ein neues Extrembeispiel dafür, was die Geldpolitik der EZB bewirkt. Die europäische Notenbank hatte bestimmte zentrale Zinsen in den Negativbereich gesenkt, um das Wirtschaftswachstum in der Eurozone anzukurbeln.

ssu/spon

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH