Dienstag, 27. Juni 2017

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Gewerbeimmobilien In welche Städte das große Geld fließt

Frankfurt, München, Hamburg - deutsche Metropolen stehen bei Immobilieninvestoren aus aller Welt hoch im Kurs. Aktuelle Zahlen zeigen: Im ersten Halbjahr pumpten die Großanleger so viel Geld in hiesige Einzelhandels- und Büroobjekte wie seit Jahren nicht.

Hot Spot: Nirgendwo in Deutschland wurde im ersten Halbjahr 2013 so viel Geld in Gewerbeimmobilien investiert wie in Frankfurt
Hamburg - Deutsche Immobilien sind bei Investoren aus dem In- und Ausland so beliebt wie seit mehreren Jahren nicht. Aktuellen Marktdaten zufolge floss in hiesige Büro-, Einzelhandels- und ähnliche Gewerbeobjekte im ersten Halbjahr 2013 so viel Geld wie seit dem vergangenen Immobilienboom 2006/2007 nicht mehr.

Der internationale Immobilienberater CBRE etwa beziffert das Investmentvolumen hierzulande von Januar bis Juni auf 12,6 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Steigerung um etwa 34 Prozent gegenüber der ersten Hälfte des vergangenen Jahres. Damit wurde das höchste Halbjahresergebnis seit dem Boomjahr 2007 erzielt, so CBRE.

Auf ähnliche Werte kommt die Immobilienberatung Colliers International Deutschland sowie BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). "Die Investmentmärkte zeigen sich völlig unbeeindruckt von der nur moderaten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des ersten Halbjahrs", erklärt BNPPRE-Deutschland-Chef Piotr Bienkowski. "Die niedrigen Zinsen, wenig Alternativen bei sicheren Anlagen, kauffreudige Verbraucher, anziehende Frühindikatoren und ein stabiler Arbeitsmarkt bilden ein für Investoren weiterhin ausgesprochen attraktives Umfeld, das in Europa seinesgleichen sucht."

Viel Interesse bei Asiaten

"Deutschland genießt bei nationalen wie internationalen Immobilieninvestoren neben Großbritannien weiterhin das höchste Vertrauen in der EMEA-Region", konstatiert auch Colliers-Deutschland-Investmentchef Ignaz Trombello. Allein 27 Prozent des Investitionsvolumens stammte nach seinen Angaben von Anlegern aus dem Ausland. Schon in den vergangenen Monaten war deutlich geworden, dass Deutschland mehr und mehr zum Leitmarkt Europas avanciert.

Ähnlich sieht es Fabian Klein, Deutschland-Investmentchef von CBRE. Er verweist vor allem auf das weiter zunehmende Interesse asiatischer Investoren am deutschen Markt, das mit dem Erwerb des Gallileos in der Frankfurter Bankenlage durch ein Investorenkonsortium aus Südkorea eindrucksvoll unter Beweis gestellt worden sei.

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Zum Hintergrund: Das Frankfurter Bürohochhaus "Gallileo" wurde vor Kurzem für mehr als 250 Millionen Euro an einen Spezialfonds von IVG Immobilien Börsen-Chart zeigen verkauft, hinter dem südkoreanische Investoren stehen. Weitere Großdeals des ersten Halbjahrs waren beispielsweise der Verkauf des Düsseldorfer Kö-Bogens für 400 Millionen Euro an den Investor Art-Invest Real Estate sowie der Bürokomplex "Skyper", der für mehr als 300 Millionen Euro an Allianz Real Estate ging.

Übereinstimmend berichten die Marktexperten, dass mehr als die Hälfte des Investmentvolumens auf die deutschen Topstandorte Frankfurt am Main, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg sowie Köln entfallen sei.

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