Montag, 30. Mai 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Kampf um Firmenkunden ING Diba greift deutsche Großbanken an

Der Löwe greift an: Nach HSBC und BNP verstärkt auch die ING Diba ihre Bemühungen um Firmenkunden - und will mit der Zweisäulen-Strategie in Deutschland weiter wachsen

Bei Privatkunden ist die ING Diba die Nummer drei im deutschen Bankenmarkt. Nun wollen die Niederländer auch das Großkundengeschäft aufrollen: Vorstandschef Boekhout kündigt Wachstumsraten im hohen zweistelligen Prozentbereich an.

Hamburg - Die bislang auf Privatkunden spezialisierte ING Diba schaltet um auf eine Zwei-Säulen-Strategie. Vorstandschef Roland Boekhout kündigte im Interview mit MM-Online an, in den nächsten Jahren im Firmenkundengeschäft "deutlich im zweistelligen Bereich" wachsen zu wollen.

"Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf Großkunden, die international unterwegs sind und unsere globale Expertise benötigen", so Boekhout. Um dieses Ziel zu erreichen, investiert die Bank momentan massiv in IT und Vertrieb. Die Zahl der Mitarbeiter in dem bislang nur kleinvolumig betriebenen Geschäft wurde zuletzt auf rund 200 - darunter etwa 80 Vertriebsleute - verdoppelt. Sie soll in den kommenden Jahren noch deutlich steigen.

Die ING Diba vollzieht damit den ersten großen Strategieschwenk seit dem Einstieg der ING Groep in Deutschland Ende der 90er-Jahre. Die Niederländer haben den hiesigen Privatkundenmarkt seither mit ihrem preiswerten Direktbankenmodell revolutioniert - und sind mit mittlerweile 8,1 Millionen Kunden die drittgrößte Privatkundenbank hinter der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen (inklusive Postbank) und der Commerzbank Börsen-Chart zeigen .

Zwar war die ING Groep nebenher auch immer im Firmenkundengeschäft aktiv, allerdings lediglich als Nischenanbieter und abgetrennt von der ING Diba. Erst 2011 wurde der Bereich in die deutsche Tochter integriert - die organisatorische Voraussetzung für die nun eingeläutete Offensive.

Kampf um Firmenkunden entbrannt - auch BNP und HSBC mischen mit

Mit der Wachstumsinitiative der ING Diba erreicht der Kampf um deutsche Firmenkunden eine neue Stufe. Vorigen Sommer erst haben die französische Großbank BNP Paribas Börsen-Chart zeigen und die Deutschland-Tochter der britischen Großbank HSBC Börsen-Chart zeigen ähnlich ambitionierte Expansionspläne ausgerufen. So will die BNP auf Sicht 500 neue Mitarbeiter für das Geschäft mit deutschen Mittelständlern einstellen; HSBC Trinkaus kündigte an, die Zahl der Firmenkunden mittelfristig auf 2500 zu verdoppeln.

Beobachter sprechen inzwischen von einem "ruinösen Konkurrenzkampf" - vor allem im Wettbewerb um die überschaubare Anzahl von Unternehmen mit guter Bonität und einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen Euro. Neben ausländischen Angreifern wie BNP oder HSBC suchen auch viele deutsche Banken wie die Commerzbank Börsen-Chart zeigen , die Landesbanken oder große Sparkassen ihr Heil in diesem Segment.

Hintergrund: Seit der Finanzkrise gilt das Geschäft mit deutschen Unternehmenskunden als solider Gegenentwurf zu den Zockereien früherer Jahre. Die BaFin warnte vergangenes Jahr jedoch vor einem "Herdenverhalten" gerade im Kampf um die mittelständische Klientel. Zumal: Die Kreditnachfrage aus den deutschen Unternehmen schwächelte in den vergangenen Monaten. Nennenswerte Marge lässt sich zudem meist nur erzielen, wenn das Kreditgeschäft als Türöffner für den Verkauf weiterer Dienstleistungen genutzt wird.

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH