Donnerstag, 24. August 2017

Deutsche Firmen rüsten auf Industrie 4.0 - Digitalisierung ja, aber richtig

Automatisierung ohne Ende: Kühe werden inzwischen schon von Robotern gemolken

Ein Koffer, das war mal ein Behältnis, in dem man auf Reisen sein Hab und Gut verstaute, um es dann mühsam von A nach B zu schleppen. Das ist lange her. Heutzutage ist ein Koffer ein hochtechnologisches Gerät, mit Internetanschluss, GPS-Tracking-Möglichkeit, Entfernungsalarm (falls sich das gute Stück mal "selbstständig macht"), Ladestation für das Smartphone und vielem mehr. Jedenfalls wenn man sich für ein Produkt aus der Kategorie "Smart Luggage" entscheidet.

Das Beispiel steht sinnbildlich für die fortschreitende Digitalisierung der Welt, der sich auch Unternehmen nicht verschließen können. Und das gilt längst nicht nur für die Produktentwicklung, in der der Fantasie und dem Erfindungsreichtum aufgrund der sich immer weiter entwickelnden technischen Möglichkeiten offensichtlich kaum mehr Grenzen gesetzt sind.

Sei es im Kundenservice samt Social-Media-Aktivitäten, sei es in der Optimierung interner Prozesse, sei es bei den Schnittstellen zu Geschäftspartnern oder Lieferanten, sei es bei der Vertriebssteuerung - das Schlagwort Industrie 4.0 ist in aller Munde. Kaum eine Firma kommt heute noch um das Thema Digitalisierung herum.

Unternehmen gehen den Wandel bereitwillig an

Im Gegenteil: Viele auch kleine und mittelständische Unternehmen gehen die Integration technischer Möglichkeiten inzwischen bereitwillig an. Denn in der Regel sind damit auch in irgendeiner Weise Effizienzverbesserungen verbunden, was sich am Ende wiederum positiv in den Geschäftszahlen niederschlägt. Außerdem droht Unternehmen, die sich dem Fortschritt verschließen, ein empfindlicher Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.

Das wissen selbstverständlich auch die Firmenchefs: Gut 50 Prozent der Mittelständler in Deutschland sieht Veränderungs- und Modernisierungsbedarf in ihrer Branche, wie eine repräsentative Befragung mittelständischer Unternehmen ergab. 4 von 10 Unternehmern haben bereits disruptive Veränderungen in ihrer Branche durch neue Wettbewerber erlebt.

Ansatzpunkte für den Einsatz der modernen Technik gibt es dabei viele - und zum Teil an Orten, wo man sie nicht unmittelbar vermuten würde. Selbst in der Milchwirtschaft beispielsweise kommen inzwischen automatisierte Melksysteme - vulgo: Melkroboter - zum Einsatz, die mit Ultraschall, Lasertechnik und optischen Sensoren die Milch aus den Kühen holen. Manuelle Eingriffe sind dabei inzwischen überhaupt nicht mehr nötig.

Ein anderes Beispiel aus der Praxis: Das italienische Unternehmen Digicopy fungierte lange als Hersteller von Druckvorlagen an der Schnittstelle zwischen beispielsweise Verlagen und Druckereien. Dank moderner Technik wandern die Aufträge aber heute vom Kunden direkt zur Druckerei - Repro-Firmen wie Digicopy hat das einen Großteil ihrer Geschäftsgrundlage entzogen. Dass Digicopy heute noch gut im Geschäft ist, hat mit einem erfolgreichen digitalen Wandel zu tun.

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