Donnerstag, 28. Juli 2016

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Ifo-Geschäftsklimaindex auf 18-Monats-Hoch Firmenchefs in Deutschland trotz Terrors optimistisch

Porsche-Produktion in Leipzig: "Die deutsche Wirtschaft zeigt sich von der zunehmenden weltweiten Unsicherheit unbeeindruckt", sagt Ifo-Chef Sinn. Sogar in der Autoindustrie steigt wieder der Optimismus

München - Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ist trotz gestiegener Terrorgefahr und schwacher Weltkonjunktur so gut wie seit rund anderthalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im November überraschend um 0,8 auf 109,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet.

"Die deutsche Wirtschaft zeigt sich von der zunehmenden weltweiten Unsicherheit unbeeindruckt", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zur Entwicklung des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers. "Nicht einmal die Anschläge von Paris haben sich in den Daten negativ bemerkbar gemacht." Die meisten Antworten seien zwar vor dem 13. November eingegangen, doch hätten sich die Einschätzungen auch danach nicht verändert, erklärte das Ifo-Institut.

Auch in der Autobranche verbessert sich die Stimmung

Die Firmenchefs beurteilten sowohl die Lage besser als auch die Aussichten. Das Geschäftsklima verbesserte sich in der Baubranche, bei den Dienstleistern, im Großhandel und in der Industrie. Sogar in der Autobranche sei das Barometer "trotz des Abgasskandals erneut gestiegen", sagte Sinn mit Blick auf die VW-Krise. Lediglich im Einzelhandel trübte sich die Stimmung etwas ein.

"Die deutsche Konjunktur bleibt robust, der Aufschwung geht weiter", sagte der Europa-Chefvolkswirt der Nordea Bank, Holger Sandte. Die exportabhängige Industrie spüre zwar Gegenwind aufgrund der Schwäche aufstrebender Volkswirtschaften. "Wichtige Absatzmärkte wie die USA und Großbritannien machen sich aber weiterhin gut", sagte Sandte.

Sinkende Exporte nach China schürten zuletzt Sorgen vor einem Dämpfer für die deutsche Wirtschaft, zumal auch andere große Schwellenländer wie Brasilien und Russland in Schwierigkeiten stecken. Auch der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte sorgt für Verunsicherung, ebenso die gewachsene Terrorgefahr. Die Bundesregierung rechnet dieses Jahr mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2016 auf 1,8 Prozent beschleunigen soll. 2014 hatte Europas größte Volkswirtschaft um 1,6 Prozent zugelegt.

la/reuters

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