Freitag, 20. Juli 2018

KPMG-Studie zu Tunnel unter der Ostsee Hyperloop soll Stockholm und Helsinki in 28 Minuten verbinden

Lufthansa prüft deutsche Strecke: Rakete in der Röhre - so könnte der Hyperloop das Reisen transformieren
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DPA

Mit dem Flugzeug dauert die Reise von Helsinki nach Stockholm derzeit dreieinhalb Stunden - von Stadtzentrum zu Stadtzentrum. Wer die Fähre nimmt ist gar 17-einhalb Stunden unterwegs.

Was liegt da näher, als einen Tunnel unter der Ostsee zu bauen, eine Hochgeschwindigkeitskapsel namens Hyperloop hindurch zu jagen und die Fahrzeit auf diese Weise auf 28 Minuten zu verkürzen? Das jedenfalls schlägt die US-amerikanische Firma Hyperloop One vor und hat dazu eine ausführliche Studie der Wirtschaftsberatung KPMG vorgestellt. In dieser wird auch die Deutsche Bahn als Partner genannt.

Die Strecke würde zahlreiche Städte zwischen den beiden Hauptstädten anschließen: Uppsala, den Stockholmer Flughafen Arlanda sowie Norrtalje auf schwedischer Seite, die Aland-Inseln, Turku, Salo, Lohja, Espoo und den Flughafen Helsinki auf finnischer Seite (siehe Bilderstrecke).

Die Hyperloop-Technologie befindet sich noch im Entwicklungsstadium. Mehrere Firmen haben die Idee des Multi-Unternehmers Elon Musk für das futuristische Transportmittel aufgegriffen und planen erste Teststrecken.

Die Kosten sollen sich rasch amortisieren

Der Hyperloop besteht aus einer Röhre, aus der Luft weitgehend herausgepumpt ist und Kapseln, die mit bis zu 1225 Stundenkilometern hindurch brausen. Sie werden auf Luftkissen geführt und elektrisch angetrieben.

Nach Berechnungen der Planer würde die etwa 500 Kilometer lange Verbindung zwischen Helsinki und Stockholm etwa 19 Milliarden Euro kosten. Davon entfielen etwa drei Milliarden Euro auf den Tunnel unter der Ostsee.

Das System würde sich demnach in zehn Jahren amortisieren. Dies vor allem durch steigende Immobilienpreise an den Stationen und eine allgemein höhere Produktivität in dem Gebiet entlang der Strecke.

Die Autoren der Studie rechnen mit jährlichen Einnahmen aus dem Ticketverkauf in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro. Sie schlagen eine aus privaten und öffentlichen Geldern gemischte Finanzierung vor und veranschlagen eine Bauzeit von zwölf Jahren.

Die Urheber führen an, der Hyperloop sei deutlich kostengünstiger zu erreichten als alternative Transportsysteme. "Ein Hyperloop-System kann zu etwa 50 bis 60 Prozent der Kosten für Hochgeschwindigkeitszüge gebaut werden", behaupten die Macher von Hyperloop One.

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