Donnerstag, 24. August 2017

HitFox-Gründer Jan Beckers Baut dieser Mann die neue, heiße Start-up-Fabrik Berlins?

Hitfox-Gründer Jan Beckers
Robert Lehmann
Hitfox-Gründer Jan Beckers

Mehr als 20 Unternehmen hat Jan Beckers mit seiner HitFox-Gruppe bereits ausgebrütet, rund tausend Mitarbeiter arbeiten in seinen Unternehmen. Nun baut Beckers die nächste Start-up-Fabrik: Nach dem Fintech-Inkubator FinLeap zieht Beckers mit Heartbeat Labs einen Inkubator für Digitalunternehmen im Gesundheitsbereich hoch. Das berichtet das manager magazin in seiner August-Ausgabe, die am Donnerstag digital und am Freitag als Heft erscheint.

Drei bis fünf Start-ups will Beckers mit Heartbeat Labs pro Jahr ausbrüten lassen, unter anderem will er im Bereich Telemedizin gründen oder B2B-Modelle, die den Etablierten bei der Digitalisierung unterstützen.

Ähnlich war Beckers bereits beim Fintech-Inkubator FinLeap vorgegangen, der inzwischen 12 Fintechs auf den Markt gebracht hat - darunter mit der SolarisBank das erste Fintech mit Banklizenz. Zu den Kunden der FinLeap-Ventures gehören mehr als 120 Banken von den Sparkassen bis zur Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Als "Coopetition" beschreibt Beckers das Verhältnis zu den Etablierten.

Heartbeat Labs zieht Beckers wieder mit Hendrik Krawinkel und Eckhardt Weber hoch, mit denen er schon den Fintech-Inkubator FinLeap gegründet hat. FinLeap wird inzwischen von Ramin Niroumand geführt und ist gerade in die ehemalige Zentrale der Berliner Bank am Zoo umgezogen, um Platz für Hearbeat Labs zu schaffen. Zu den Beratern der neuen Start-up-Fabrik gehört auch McKinsey-Haudegen Herbert Henzler.

Beckers sieht strukturelle Ähnlichkeiten zwischen der Gesundheitsbranche und der Finanzindustrie. "Die Regulation ist komplex und die Produkte brauchen Vertrauen."Das komme HitFox entgegen. "Wir mögen Eintrittsbarrieren, sind gut darin, darüberzuspringen."

Tatsächlich unterscheidet der Fokus auf eine bestimmte Branche den HitFox-Ansatz von Inkubationsmodellen im Rocket-Internet-Stil. Bei FinLeap etwa arbeiten

Regulierungsexperten, die sich andere Start-ups - gerade am Anfang - kaum leisten könnten. Mit der SolarisBank wurde eine Bankplattform geschaffen, an der andere Fintechs wiederum andocken können. So versucht sich HitFox einen branchenspezifischen Vorsprung zu erarbeiten. Nach dem selben Modell will Beckers nun auch in der Gesundheitsbranche agieren.

Mit dem Aufbau der neuen Start-up-Fabrik geht Beckers gegen den Trend: In den letzten Jahren wurden zahlreiche Inkubatoren wieder dichtgemacht oder sind wie Project A zu VC-Fonds mutiert. Selbst Rocket Internet Börsen-Chart zeigen von Oliver Samwer hat in diesem Jahr noch kein neues Unternehmen auf den Markt geworfen.

Beckers denkt dagegen gar nicht daran, auf ein anderes Geschäftsmodell zu setzen: "Im Schnitt verfünf- bis verzehnfachen wir unser eingesetztes Kapital", sagt Beckers. "Das schafft Venture-Capital nur im Ausnahmefall."

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH