Montag, 15. Oktober 2018

Umsatz und Gewinn sinken Harley Davidson spürt den Druck

Vor allem im Heimatmarkt USA verliert Harley Davidson an Boden

Die alternde Kundschaft macht dem US-Kultmotorradhersteller zusätzlich zu den EU-Zöllen zu schaffen. Umsatz und Gewinn fielen im jüngsten Quartal weiter zurück. Wie wichtig das Geschäft dabei im Ausland ist, zeigen die aktuellen Geschäftszahlen.

Der im Dauerfeuer der Kritik von US-Präsident Donald Trump stehende Motorradbauer Harley-Davidson hat im vergangenen Quartal deutliche Abstriche machen müssen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum fiel der Nettogewinn um mehr als 6 Prozent auf 242,3 Millionen US-Dollar (rund 207 Millionen Euro), teilte Harley-Davidson am Dienstag am Firmensitz in Milwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) mit. Der Umsatz sank um gut 3 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten noch deutlich stärkere Rückgänge befürchtet.

Die 115 Jahre alte US-Traditionsfirma hatte im Juni mit der Entscheidung, einen Teil ihrer Produktion ins Ausland zu verschieben, den Zorn Trumps auf sich gezogen. Der US-Präsident drohte dem Unternehmen bei Twitter mit dem "Anfang vom Ende" und kündigte an: "Sie werden besteuert wie nie zuvor!". Harley reagierte mit der geplanten Verlagerung von Fertigungskapazitäten auf Vergeltungszölle der Europäischen Union im von Trump losgetretenen Handelsstreit. Trump legte später nach und deutete via Twitter an, einen Wettbewerber von Harley in die USA holen zu wollen.


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Wie wichtig das internationale Geschäft für den Hersteller ist, zeigte sich an den Quartalszahlen. Während die Motorrad-Verkäufe im US-Heimatmarkt um 6,4 Prozent schrumpften, gab es im Ausland immerhin ein kleines Plus von 0,7 Prozent.

Harley-Davidson kämpft schon länger mit sinkender Nachfrage, als Problem gilt unter anderem die alternde US-Stammkundschaft. Trumps Attacken, die dessen Anhänger künftig von Harley-Käufen abhalten könnten, und die neuen EU-Zölle dürften das Geschäft in Zukunft eher noch schwieriger machen.

rei/dpa

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