Samstag, 25. Juni 2016

US-Armee lehnt Laufroboter ab Googles Roboter sind zu laut für die Marines

Laufen kann er: LS3 bei einem Roboter-Wettbewerb der Militärforschungsbehörde Darpa

Die Technik der Zukunft wird ziemlich oft zuerst vom Militär genutzt. Dort sitzt das Geld vergleichsweise locker, wenn dessen Einsatz technische Überlegenheit verspricht. Für die Zwecke der Armee kann ohne Profitzwang jahrzehntelang experimentiert werden, bevor es einen Durchbruch zur kommerziellen Nutzung gibt.

So war es bei autonom fahrenden Autos, die aktuell am meisten den avantgardistischen Ruf des Google-Mutterkonzerns Alphabet Börsen-Chart zeigen begründen. So wurde die Firma iRobot groß, die mit automatischen Staubsaugern und anderen Haushaltshilfen heute die größten Stückzahlen von Robotern absetzt.

Und so wurde es auch von laufenden Robotern erwartet, dem spektakulärsten Projekt der Ende 2013 von Google übernommenen Firma Boston Dynamics. Die Maschinen, mal am Vorbild von Geparden ausgerichtet, mal mit Hunden oder Maultieren verglichen, können schwere Lasten tragen und auf vier Beinen durch unwegsames Gelände rennen ohne zu stolpern.

Schon bevor Google Boston Dynamics kaufte, hatten sich Marineoffiziere enthusiastisch über die auch mit Armeemitteln geförderten Laufroboter geäußert. Sie seien nah an einer tatsächlichen Anwendung. In Roboterwettbewerben der Militärforschungsbehörde Darpa waren die tierähnlichen Gestalten die Stars. Und Mitte 2014 durften die Geräte sogar in einem großen Marinemanöver beweisen, wie sie auf Kommandos reagieren.

So laut wie ein Rasenmäher: der Roboter verrät die Position

Völlig zufrieden waren die Soldaten mit der Leistung der Robo-Mulis jedoch nicht. Wie jetzt die Seite "Military.com" berichtet, ist das Projekt nach zwei Multi-Millionen-Aufträgen sogar komplett auf Eis gelegt.

"Die Marines sahen den Prototyp als das, was er ist", wird ein Sprecher des Armeelabors zitiert: "ein lauter Roboter, der ihre Position verraten wird." Der Gasmotor des Standardmodells LS3 wurde mit dem Lärm eines Rasenmähers verglichen.

Zwar entwickelte Boston Dynamics noch eine Variante namens Spot mit leiserem Elektromotor, die konnte aber kaum so schwere Waffen tragen und auch nicht die komplizierte Automatisierungstechnik aufnehmen, die es dem Roboter erlaubt, Kommandos zu erkennen und zu befolgen.

Fazit: untauglich für den Einsatz. Sowohl LS3 als auch Spot werden jetzt erstmal eingemottet. Für den nächsten Armeeauftrag müssen sich die Google-Ingenieure etwas anderes einfallen lassen.


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