Montag, 18. Dezember 2017

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US-Raketenangriff lässt Goldpreis steigen Trump, Kim und die Fed - 3 Gründe, jetzt Gold zu kaufen

Gold: Je höher die Nervosität an den Märkten, desto mehr Anleger flüchten in die Krisenwährung

Der US-Raketenangriff in Syrien lässt den Goldpreis steigen. Lange stand Gold im Schatten von Aktien: Nun wird die Krisenwährung wieder attraktiv.

Goldbesitzer mussten in den vergangenen Jahren miterleben, wie der Preis des Edelmetalls regelrecht Achterbahn fuhr: Auf den Rekord im August 2011 jenseits von 1900 Dollar je Unze folgte eine lange Talfahrt, dann wieder ein Anstieg im Jahr 2016, gefolgt vom erneuten Absturz nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und schließlich der Erholung seit Anfang dieses Jahres.

Inzwischen notiert Gold auf einem Niveau von knapp 1270 Dollar je Unze - und alle Welt fragt sich: Wie geht es weiter?

Von den Käufen und Verkäufen von Seiten der Zentralbanken über die Nachfrage in wichtigen Ländern wie China oder Indien oder die Situation bei den Goldproduzenten bis hin zu den schwer durchschaubaren Aktivitäten großer Banken und anderer Finanzakteure - die Zahl an Kräften, denen der Goldpreis stets ausgesetzt ist, ist groß.

Mit Blick auf die aktuelle Situation an den Finanzmärkten drängen sich aber vor allem drei Faktoren auf, die den Preis des Edelmetalls in nächster Zeit beeinflussen dürften - und alle drei sprechen eher für einen Anstieg des Goldpreises:

1. Der Konflikt in Syrien

Nachdem die USA in der Nacht zu Freitag Raketen auf einen Luftwaffenstützpunkt des Assad-Regimes in Syrien abgefeuert hatten, sprang der Goldpreis spontan in die Höhe. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) legte binnen kurzer Zeit in der Spitze um 1,5 Prozent zu. Bei rund 1269 US-Dollar je Unze notiert Gold nun auf dem höchsten Stand seit November vergangenen Jahres.

Es zeigt sich: Gold dient Investoren noch immer als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Und durch den Militärschlag, den US-Präsident Trump persönlich angeordnet hatte, ist die sogenannte geopolitische Lage in der Welt sicher nicht stabiler geworden. Im Gegenteil: Der Eingriff markiert nicht nur eine Wende in Trumps persönlicher Haltung zum Vorgehen in Syrien, sondern auch im Verhalten der USA dort insgesamt.

Die Frage ist nun, wie sich die anderen Konfliktparteien in der Region - sprich: neben Syrien vor allem Russland - in Reaktion darauf verhalten werden. Bereits unmittelbar nach der Attacke erfolgte eine scharfe Verurteilung von Seiten des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Das wiederum heißt aus Sicht von Investoren: Die Zeichen stehen eher auf Eskalation und zunehmende Verunsicherung als auf Entspannung. Das ist zwar schlecht für den Weltfrieden - aber vermutlich gut für Gold.

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