Samstag, 16. Dezember 2017

Die wichtigsten Fakten zu Glyphosat Warum Glyphosat so wichtig für Bayer ist

Bayer-Monsanto degradiert BASF: Die neuen Großen Vier der Agrochemie
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2. Teil: Wo Glyphosat unter Druck gerät

Wie zukunftssicher ist dieses Geschäft?

Der Großteil des Glyphosat-Absatzes geht in die intensive Landwirtschaft Nord- und Südamerikas. Ein Zulassungsstopp in der EU hätte den drittgrößten Markt betroffen, indirekt aber möglicherweise auch Sojabauern in Argentinien und Brasilien von Glyphosat abbringen können, weil sie vom Export nach Europa abhängen. Monsanto selbst verkauft weit überwiegend in den USA, hätte also eher die Symbolwirkung einer negativen EU-Entscheidung befürchten müssen.

Neben den schädlichen Wirkungen auf die Artenvielfalt werden auch mögliche Gesundheitsfolgen - vor allem das höchst umstrittene Krebsrisiko - gegen Glyphosat angeführt. Die unklare Studienlage hat einige Staaten zu einem vorsorglichen Verbot veranlasst, den Anfang machte 2015 das kleine El Salvador.

Innerhalb der EU peilen einige skeptisch eingestellte Staaten eigenständige Auflagen an - die sind von der unionsweiten Zulassung unberührt. Frankreich hat ein Verkaufsverbot für Glyphosat an Gärtner bereits beschlossen, auch die Niederlande und Schweden gehören zu diesem Lager.

Selbst innerhalb der USA droht Ärger. So hat die kalifornische Gesundheitsbehörde Glyphosat auf eine Liste möglicher Krebserreger gesetzt. So steigen die Erfolgschancen von Sammelklagen.

Unabhängig von staatlichen Auflagen kommt der Einsatz von Glyphosat an Grenzen: Immer mehr Unkräuter entwickeln Resistenzen. Doch genau das garantiert das Potenzial für weitere Geschäfte. Denn so entsteht eine Nachfrage nach neuen Herbiziden - und neuem Saatgut, das wiederum diesen Herbiziden widersteht.

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