Dienstag, 26. März 2019

Pressebericht Generali-Versicherung will Fitnessdaten der Kunden sammeln

Kleine Helfer: Neue Gesundheits-Apps machen das Kundenverhalten auch für Versicherer transparent

Die neuen Gesundheits-Apps für Smartphones machen gläserne Patienten möglich. Laut einem Zeitungsbericht will Generali als erster großer Versicherer in Europa einen Tarif anbieten, der Kunden für gesunden Lebenswandel belohnt. Dafür müssen sie allerdings regelmäßig Körperdaten übermitteln.

München - Die Versicherungsgruppe Generali will einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge als erster großer Versicherer in Europa Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil der Kunden sammeln. Sie sollen als Belohnung für eine gesunde Lebensführung Gutscheine, Geschenke und Rabatte auf ihre Krankenversicherungsverträge bekommen, berichtete die Zeitung am Freitag. Demnach sollen die neuen Angebote in zwölf bis 18 Monaten auch in Deutschland erhältlich sein.

Auch andere Versicherer arbeiteten an solchen Projekten. Die Zeitung nennt namentlich die Konzerne Allianz Börsen-Chart zeigen und Axa Börsen-Chart zeigen. Kfz-Versicherungen erproben bereits länger - zumindest außerhalb Deutschlands - Tarife, die Rabatte für vorsichtiges Fahren bieten. Neben eigens dafür hergestellten Telematikboxen, die Daten aus dem Auto übermitteln, kommen dafür zunehmend auch Smartphones infrage. Das Tracking von Gesundheitsdaten mittels Sensoren und dazu passenden Apps steht erst am Anfang.

Generali Börsen-Chart zeigen arbeite für das sogenannte Telemonitoring mit dem südafrikanischen Versicherer Discovery zusammen, berichtete die "SZ". Das Unternehmen habe das Gesundheitsprogramm Vitality entwickelt: Es belohnt demnach Kunden mit Gutscheinen oder Rabatten, wenn sie sich nachweislich gesund verhalten. Dies funktioniere über eine App, die Vorsorgetermine dokumentiere, Schritte zähle oder sportliche Aktivitäten messe.

Konzernchef Mario Greco wird in dem Bericht aus einer Investorenansprache zitiert: "Damit stärken wir die Bindung zu unseren Kunden. Außerdem beeinflussen wir das Verhalten unserer Kunden, und gesündere Kunden sind besser für uns." Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg äußerte sich kritisch. Der Kunde wisse gar nicht, wie seine Daten im Konzern verarbeitet würden und wer Zugriff darauf habe.

Die Generali-Versicherungen gehören nach eigenen Angaben zu den fünf größten Erstversicherern in Deutschland. Das Unternehmen bietet Privatkunden, Firmen- und Gewerbekunden Versicherungen an.

ak/dpa-afx

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