Mittwoch, 14. November 2018

Gehaltsstudie Die Höchstverdiener der Weltkonzerne

Gehälter-Studie: Die zehn Höchstverdiener in Weltkonzernen
DPA

Topmanager in westlichen Großkonzernen werden ähnlich bezahlt - doch es gibt Ausreißer.

Hamburg - Die Vorstandsgehälter in den Top-Etagen weltweiter Großkonzerne sind im vergangenen Jahr um durchschnittlich 3.5 Prozent gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der internationalen Personalberatung Pedersen & Partners. Die Vergütung der Topmanager in Unternehmen mit mehr als 100.000 Mitarbeitern stieg damit zwar erneut stärker als die Gehälter der normalen Angestellten. Im Vergleich zu früheren Zuwächsen nimmt sich das allerdings bescheiden aus.

"Die durchschnittlichen Gehaltserhöhungen der Vorstände waren in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren ungefähr doppelt so hoch wie die Gehaltssteigerungen eines durchschnittlichen Angestellten", sagt Conrad Pramböck, Leiter des Bereichs Compensation Consulting bei Pedersen & Partners und Leiter der Studie. Dies habe sich geändert.

Um ihr Auskommen fürchten müssen sich Vorstände von Weltkonzernen dennoch nicht. Laut Studie, für die 1700 Vorstände in 330 Unternehmen in 17 Ländern befragt wurden, kommen sie im Schnitt auf 1,35 Millionen Euro brutto pro im Jahr. Dieser Betrag setzt sich ungefähr hälftig aus dem Grundgehalt von 660.000 Euro (plus 5,5 Prozent) und einem Bonus von 690.000 Euro zusammen.

Die Bilanz der ausgewählten Konzerne korrespondiert dabei durchaus mit dem Vergütungsplus. Die untersuchten Führungskräfte sind Generaldirektoren und Vorstandsmitglieder von internationalen Konzernen mit durchschnittlich 129.000 Mitarbeitern, einem Umsatz von 40 Milliarden Euro und einem Unternehmensgewinn von 3,9 Milliarden Euro. Laut Studie steigerten sie im Schnitt Umsatz und Gewinn um jeweils 6 Prozent. Außerdem schufen sie in den vergangenen zwölf Monaten weltweit mehr als 1,5 Millionen neue Jobs, was einem Anstieg der Mitarbeiterzahl um durchschnittlich 3,5 Prozent entspricht.

Aktienoptionen in den USA beliebt

Für die Vorstandsvergütung spielen solche Zahlen eine grundlegende Rolle: "Die Größe des Verantwortungsbereichs ist der Schlüsselfaktor bei der Bestimmung der Managergehälter", sagt Pramböck. Die Vergütungen der Vorstände in den Top100-Unternehmen in Europa und in den USA liege durchschnittlich siebenmal höher als die Bezüge eines Geschäftsführers in einem mittelständischen Unternehmen und vierzigmal höher als das Durchschnittsgehalt eines Angestellten.

Zum Vergleich: In Deutschland verdienen Geschäftsführer in Unternehmen mit 200 bis 300 Mitarbeitern durchschnittlich 215.000 Euro brutto pro Jahr, inklusive Bonus. Ein vollzeitbeschäftigter Angestellter erzielt ein durchschnittliches Einkommen von rund 35.000 Euro brutto pro Jahr.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass sich die Durchschnittsgehälter der Vorstände in großen Konzernen in den meisten westlichen Ländern sehr ähneln. Ob in Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder den USA: Die Vergütung inklusive Jahresbonus beträgt im Schnitt 1,3 bis 1,4 Millionen Euro brutto.

Speziell in den Vereinigten Staaten spiele zusätzlich zum Bargehalt auch die sogenannten Long Term Incentives eine Rolle, meistens in Form von Aktienoptionen. Diese sind im Schnitt 393.100 Euro wert. Die Stock Options westeuropäischer Topmanager sind demgegenüber nur mit 76.500 Euro pro Jahr bewertet.

Großes Gefälle in China

Da die Vorstandsvergütung eng mit der Unternehmensgröße zusammenhängt, haben die Berater von Pedersen & Partners auch die Gehälter der Topmanager in Unternehmen der Größenordnung von 20.000 bis 50.000 Mitarbeitern verglichen.

Global betrachtet ist die Vorstandsvergütung demnach immer noch am höchsten in den USA und in Westeuropa. "Die Bestverdiener in den Emerging Markets, wie China, Indien oder Südafrika, erzielen schon jetzt vergleichbar hohe Gehälter wie Manager in westlichen Ländern", sagt Studienautor Pramböck. Im Schnitt lägen die Vorstandsbezüge in diesen Ländern jedoch noch unter dem Niveau von Westeuropa oder den USA. Derzeit steigen die Gehälter der Vorstände im Schnitt zwischen 4 und 5 Prozent in westlichen Ländern und zwischen 7 und 10 Prozent in Emerging Markets.

Dass eine Durchschnittsbetrachtung indes durchaus mit Vorsicht betrachtet werden muss, erläutert Pramböck am Beispiel China. "Es ist ein riesiges Land mit einer großen Vielfalt an Gehaltsniveaus", sagt er. Die gezahlten Gehälter in Shanghai, Hongkong oder Guangzhou lägen zwar auf ähnlichem Niveau wie Westeuropa, andere Regionen hingegen weit darunter.

Auch unter Konzernchefs westlicher Länder divergieren die Gehälter mitunter gewaltig. So konnte etwa Boeing-Boss James McNerney seine Bezüge im vergangenen mehr als verdoppeln. Und auch der bestbezahlte britische Manager, HSBC-Chef Stuart Gulliver, steigerte sein Gehalt um satte 32,2 Prozent. Aus Deutschland gehörten vor allen zwei Automanager zu den Spitzenverdienern.

Hier geht's zum Ranking der zehn Topverdiener

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