Donnerstag, 26. Mai 2016

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Welt im digitalen Wandel - die Game Changer BMW - Smartphone auf Rädern

BMW: Smartphone auf Rädern
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Euphorika für manager magazin

CEO Harald Krüger will den Vorsprung beim vernetzten Fahren nutzen, um Google & Co. mit Premiumservices rund ums Auto die Stirn zu bieten.

Die Strategierunden, zu denen das Topmanagement von BMW Börsen-Chart zeigen regelmäßig auf Gut Schwärzenbach am Tegernsee zusammenkommt, sind im Konzern berüchtigt. Keine gemütliche Sause in malerischer Voralpenidylle steht dann auf dem Programm, sondern eine dichte Abfolge von Workshops, die tatsächlich und oft bis tief in die Nacht halten, was das Wort verspricht: Arbeit.

Die Vorstände präsentieren und analysieren Trends, diskutieren künftige Marschrouten für das Unternehmen; nach langen Tagen gibt oft noch ein Philosoph oder Physiker einen "Impuls" von außen, was meist nur ein anderes Wort ist für: noch mehr Arbeit.

BMW-Chef Harald Krüger: BMW setzte sich in der Kategorie "Incumbents" durch
Dirk Bruniecki für manager magazin
BMW-Chef Harald Krüger: BMW setzte sich in der Kategorie "Incumbents" durch
Im Herbst 2014 hätte es allerdings keiner externen Abendgäste bedurft, denn an Impulsen für Autoschaffende herrschte in den Monaten zuvor kein Mangel: Der Chauffeurdienst Uber tauchte auf, Apple Börsen-Chart zeigen deutete Pläne für ein Auto an, Google Börsen-Chart zeigen rückte autonomes Fahren öffentlichkeitswirksam in den Fokus. "Die Annahmen, auf denen unsere Strategie fußte, hatten sich in einigen Bereichen deutlich verändert", erinnert sich Finanzvorstand Friedrich Eichiner (60), der Kopf hinter den Schwärzenbacher Treffen.

Der Vorstand beschloss, sich noch mal grundsätzlich mit dem Digitalen zu beschäftigen. Das Ergebnis, das die eigentlich bis 2020 geltende Strategie "Number ONE" neu fassen soll, will BMW-Chef Harald Krüger (50) Anfang 2016 vorstellen.

Die Richtung aber ist bereits klar, und der an sich wohlüberlegte und besonnene Krüger lässt wenig Gelegenheiten aus, die Dramatik zu betonen: "Die Digitalisierung des Autos und der Mobilität insgesamt ist unsere mit Abstand wichtigste Aufgabe. Und unsere größte Chance." Wo sein Vorgänger Norbert Reithofer (59) mit der i-Reihe auf das Umweltthema reagierte, muss Krüger eine Antwort finden auf die Disruptoren aus dem Silicon Valley. Was für Reithofer der Strom war, sind für Krüger die Apps.

Für den BMW-Lenker kommt es darauf an, den Abstand zu Google & Co. zu verkleinern - und den Vorsprung vor der automobilen Konkurrenz zu verteidigen. "In den digitalen Themen hat BMW viele neue Antworten gefunden und sein Geschäftsmodell deutlich breiter aufgestellt", sagt Walter Sinn. Der Deutschland-Chef der Unternehmensberatung Bain & Company gehört zur Jury, die BMW im Game-Changer-Wettbewerb von Bain und manager magazin zum Sieger in der Kategorie Incumbents kürte. "Vieles steht noch am Anfang der Innovation, und die Bedrohung durch Apple und Google ist real - gerade wenn es um die Nutzung der beim Fahren generierten Daten geht."

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