Freitag, 15. Dezember 2017

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Krise beim Handelskonzern verschärft sich Kaufhof-Mitarbeiter sollen für Sanierung zahlen

Kaufhof in der Krise: Nun sollen die Mitarbeiter zahlen

Die Mitarbeiter des kriselnden Handelskonzerns Galeria Kaufhof sollen nach Vorstellung der Geschäftsführung einen finanziellen Beitrag für die Sanierung des Handelshauses zahlen. Er habe die Gewerkschaft Verdi aufgefordert, über den Abschluss eines so genannten "Sanierungstarifvertrags" zu verhandeln, sagte Kaufhof-Chef Wolfgang Link in einem Interview mit dem Handelsblatt. Ihm sei bewusst, dass dies für die Mitarbeiter deutliche finanzielle Einschnitte bedeute: "Wir brauchen eine wirtschaftliche Atempause", sagte Link.

Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Pläne des Kaufhof-Managements berichtet. Kaufhof-Arbeitsdirektor Peter Herlitzius betonte: "Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet."

Die Krise bei Kaufhof spitzt sich seit Wochen immer weiter zu. Hohe Verluste im laufenden Geschäft, immer geringere freie Kreditlinien und Zweifel eines wichtigen Kreditversicherers haben die Situation bei Kaufhof bereits vor Monaten verschlimmert: Die ehemalige Metro-Tochter Galeria Kaufhof (113 Warenhäuser, 21.500 Mitarbeiter, 3,1 Milliarden Euro Umsatz) droht in eine womöglich existenzielle Krise zu geraten. Vom kanadischen Eigentümer Hudson's Bay ist unterdessen kaum Hilfe zu erwarten.

Warenhaus in Not: Um Kaufhof steht es weit schlimmer als bekannt

Mögliche Käufer von Kaufhof bringen sich inzwischen in Stellung. Die Immobiliengesellschaft Signa Prime des österreichischen Investors und Karstadt-Eigners Rene Benko hat sich unterdessen frisches Kapital beschafft. Signa Prime habe Anfang Oktober eine Erhöhung des Aktionärskapitals um eine Milliarde Euro vorgenommen, teilte Signa am Montag mit. Das gesamte Eigenkapital summiere sich damit auf über vier Milliarden Euro.

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Laut Insidern erwägt Signa eine neue Offerte für Kaufhof. Die Warenhauskette gehört dem nordamerikanischen Handelsriesen Hudson's Bay. Dieser hatte zwar immer wieder betont, sich nicht von Kaufhof trennen zu wollen - angesichts der schwierigen eigenen Lage bei HBC halten Branchenbeobachter einen Verkauf dennoch für wahrscheinlich.

la/mmo

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