Donnerstag, 13. Dezember 2018

Ausrüster der WM-Teams von Uhlsport bis Hummel Diese Underdogs fordern Adidas und Nike heraus

Tunesische Spieler beim Training

Fußball-Deutschland konzentriert sich auf die Vorrundengruppe F, in der die DFB-Elf gegen Mexiko, Schweden und Südkorea um den Einzug ins Achtelfinale spielt. Nur im schwäbischen Balingen dürfte die Gruppe G aufmerksamer beobachtet werden. Denn dort sitzt der mittelständische Sportartikelhersteller Uhlsport, der die tunesische Mannschaft ausrüstet - eindeutiger Underdog gegenüber England und Belgien.

Ein Underdog ist auch Uhlsport, im von den Weltkonzernen Adidas und Nike dominierten Fußball-Business. Das Unternehmen hat im Handball (Marke Kempa), Basketball (Spalding) und mit Torwarthandschuhen seine Nischen gefunden. Uhlsport-Geschäftsführerin Melanie Steinhilber will mit dem auf zwei Jahre geschlossenen Vertrag mit Tunesien aber auch die Chance nutzen, den Markennamen auf der großen Bühne WM zu präsentieren (und natürlich Trikots an tunesische Fans verkaufen).

Diese Art Guerilla-Marketing hat Uhlsport bereits bei der WM 2014 in Brasilien versucht, damals als Ausrüster der iranischen Fußballer - schon wegen der Sanktionen gegen Iran heikel; dann kam auch noch ein hässlicher Streit mit dem Verband um gelieferte Qualität, Menge und um Korruptionsvorwürfe. Die deutsche Firma verlängerte den Deal trotzdem bis Mitte dieses Jahres - kurz vor der WM. Jetzt reisen die Iraner als einziges Team ohne offiziellen Ausrüstervertrag zum Turnier.

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