Dienstag, 30. August 2016

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US-Energiekonzern verliert Hälfte seines Börsenwerts Fracking-Riese Chesapeake droht der Schulden-Kollaps

Arbeiter von Chesapeake Energy in Pennsylvania: Das Unternehmen hat mehr als 10 Milliarden Dollar Schulden, die Aktie halbierte am Montag ihren Wert. Die Angst vor Pleiten im Energiesektor zieht weltweit auch Bankaktien in die Tiefe

Die Angst vor einer Umschuldung hat am Montag die Anleger zur Flucht aus den Aktien des US-Erdgasunternehmens Chesapeake Energy veranlasst. Die Titel halbierten in New York ihren Wert auf nur noch 1,50 Dollar und notierten sie so niedrig wie zuletzt im Mai 1999.

Der Börsenwert des Unternehmen fiel um fast eine Milliarde Dollar. Die Aktien wurden schließlich mit dem Hinweis auf eine bevorstehende Nachricht vom Handel ausgesetzt.

Auf Cheasapeake lasten Schulden von mehr als zehn Milliarden Dollar. Das Unternehmen habe Sanierungsexperten von der Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis angeheuert, sagten Insider zu Reuters.

Chesapeake Energy ist eine der größten Schiefergas-Förderer der USA. Viele Fracking-Unternehmen in den USA arbeiten auf Grund des rasanten Ölpreis-Verfalls mit Verlusten. Viele Opec-Staaten und Förderländer aus dem Nahen Osten verfolgen das Ziel, durch ein Überangebot von Öl die Fracking-Konkurrenz aus dem Markt zu drängen.

40 Energieunternehmen meldeten 2015 Konkurs an

Viele Energieunternehmen haben Berater engagiert, um mit ihrer Schuldenlast fertig zu werden. Chesapeake hatte allein im dritten Quartal 2015 einen Verlust von 4,7 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der Konzern baute im vergangenen Jahr rund 15 Prozent seiner Arbeitsplätze ab und nahm Wertberichtigungen an einigen Öl- und Erdgasvorkommen vor.

2015 meldeten rund 40 Unternehmen der Energiebranche Konkurs an. Angesichts des Ölpreisverfalls wird damit gerechnet, dass in den kommenden Monaten weitere folgen. Seit Mitte 2015 ist der Ölpreis um mehr als 70 Prozent gefallen.

la/reuters

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