Montag, 16. Juli 2018

Spekulation mit Agrarrohstoffen Foodwatch attackiert Allianz und Deutsche Bank

Demonstration vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank in Frankfurt: "Mit Essen spielt man nicht"

Während Millionen Menschen hungern, machen sie Kasse - Agrarspekulanten stehen in der öffentlichen Kritik. Ob sie tatsächlich schuld an hohen Nahrungsmittelpreisen sind, ist umstritten. Die Verbraucherorganisation Foodwatch heizt die Debatte erneut an.

Hamburg - Eine neue Studie im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch dürfte die Debatte um Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln erneut anheizen. Der Autor, der Bremer Wirtschaftsprofessor Hans-Heinrich Bass, kommt in der am Donnerstag vorgestellten Analyse zu dem Schluss, dass Finanzmarktspekulationen "wahrscheinlich" einen negativen Einfluss auf die Preise von Mais, Weizen oder Soja haben - und damit letztlich den Hunger in der Welt verschärfen.

Der Volkswirt Bass geht mit einer Studie der Spekulations-Befürworter um den Wittenberger Wirtschaftsethiker Ingo Spies und den Agrarökonomen Thomas Glauben aus Halle hart ins Gericht. Deren Erkenntnis, die Spekulationen hätten nicht negative, sondern - ganz im Gegenteil - positive Auswirkungen, bezeichnet Bass als "wissenschaftlich unlauter", "nicht haltbar" und "vermessen".

Foodwatch kritisiert insbesondere Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Allianz Börsen-Chart zeigen , an den Geschäften festzuhalten. "Deutsche Bank und Allianz stützen sich auf wissenschaftlich nicht haltbare Argumente", erklärt Foodwatch-Chef Thilo Bode laut Pressemitteilung. "Es ist dreist und perfide, das Festhalten an der Agrarspekulation damit zu begründen, dass 'die' Wissenschaft angeblich Entwarnung gegeben habe."

Damit erhält die seit Jahren schwelende Debatte neuen Zündstoff. manager magazin online erklärt die Hintergründe:

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