Mittwoch, 19. Dezember 2018

Bahn stellt Busgeschäft ein Bahn-Chef Grube kapituliert vor Flixbus

Marktanteile der Fernbus-Riesen nach Fusion: Diese Fernbus-Linienanbieter bleiben noch übrig
DPA

Bei Flixbus in München dürften die Korken knallen: Wieder ein Wettbewerber weniger. Erst Anfang August hatte Flixbus verkündet, Postbus zu übernehmen, womit nur noch die Deutsche Bahn im Fernbusverkehr als Gegenspieler bliebe. Doch nun weicht die Deutsche Bahn quasi von allein und zieht sich weitgehend aus dem Busgeschäft zurück.

Die Marke Berlin Linien Bus (BLB) werde eingestellt, sagte ein Mitarbeiter der Bahn am späten Donnerstagabend. Einige der 40 Strecken sollen von IC Bus übernommen werden, der bislang hauptsächlich ins Ausland unterwegs war. Doch gehen Markbeobachter bereits davon aus, dass auch hier ein erheblicher Teil der Umsätze zu Flixbus abwandern düfte.

Berlin Linien Bus und IC Bus sollen zusammen 30 Millionen Euro Umsatz im Jahr erwirtschaftet haben, aber zugleich 15 Millionen Euro Verlust. Dass nun Bahnchef Rüdiger Grube die Reißleine zieht, überrascht nicht wirklich.

Er werde den "Blödsinn" auf dem Busmarkt nicht mehr mitmachen und dieses Jahr noch Entscheidungen fällen, hatte der Chef des größten deutschen Staatsunternehmens zuvor schon erklärt.

Es entbehrt dabei nicht historischer Ironie, dass nun quasi sein Vorgesetzter, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, mit einer verschärften Liberalisierung des Fernbusmarkts den Grundstein für das Aus der Bahn-Busse gelegt hat - auch wenn das in dieser Geschwindigkeit nicht zu erwarten war.

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