Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Ende eines epischen Konflikts Fleischriese Tönnies schließt Frieden im Familienstreit

Fleischer-Frieden: Clemens Tönnies (Mitte) mit Neffe Robert (links) und Sohn Maximilian

Wundersame Wende: Deutschlands Schlachterkönig Clemens Tönnies und Neffe Robert legen die Messer weg.

Nach einem jahrelangen Streit um die Vorherrschaft in dem milliardenschweren Fleischkonzern Tönnies kehrt überraschend Frieden ein. Statt den Mammutprozess weiterzuführen, haben sich die Inhaber Clemens Tönnies (60) und sein Neffe Robert (38) außergerichtlich auf eine Zusammenarbeit verständigt, wie das Unternehmen am Freitagmorgen mitteilte.

Die Tönnies Holding ist mit mehr als 6 Milliarden Euro und rund 12.000 Beschäftigten einer der größten Fleischverarbeiter Europas und einer der wichtigsten Lieferanten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Ihre Fehde hatte zuletzt die Beweglichkeit des Konzerns eingeschränkt und dessen Image belastet.

Künftig wollen die Konkurrenten als gleichberechtigte Gesellschafter die Weichen gemeinsam stellen. Clemens Tönnies, im Nebenberuf Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, wird neben Robert Chef einer Holding. Zudem sollen beide in einen noch in der Gründung befindlichen fünfköpfigen Beirat einziehen. Clemens' Sohn Maximilian (26) wird zudem als Gesellschafter in den Konzern einziehen - als "Voraussetzung für einen reibungslosen Übergang auf die nachfolgende Generation", wie es in der Pressemitteilung heißt.

Der von Clemens Tönnies privat geführte Wursthersteller Zur Mühlen wird integriert, Geschäftsführer Axel Knau ergänzt das ansonsten unveränderte Tönnies-Management. Das Modell lag seit Monaten in der Schublade und hatte bereits die Grundlage für eine geplante Mediation gebildet, die vor einem Jahr scheiterte bevor sie richtig begann.

"Mit unserem Einigungsvertrag ziehen wir einen Schlussstrich unter die Vergangenheit und richten unseren Blick gemeinsam auf eine erfolgreiche Zukunft von Tönnies. Wir bündeln unsere Kräfte, um unser gemeinsames Unternehmen mit einer Neustrukturierung fit für die Zukunft zu machen. Von diesem Schulterschluss soll unser Unternehmen genauso profitieren wie die Zulieferer und Abnehmer unserer Produkte, die Mitarbeiter und nicht zuletzt der Wirtschaftsstandort Ostwestfalen", teilten Clemens und Robert Tönnies mit.

Weitere Details sollen am heutigen Freitag um 11.30 Uhr auf einer Pressekonferenz verkündet werden.

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