Samstag, 15. Dezember 2018

Einmal Börsengang und zurück in drei Tagen Douglas-Eigentümer narren Investoren

Douglas: Finanzinvestor CVC übernimmt die Anteile von Advent und damit die Mehrheit an der Handelskette. Gründerfamilie Kreke bleibt an Bord
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Douglas: Finanzinvestor CVC übernimmt die Anteile von Advent und damit die Mehrheit an der Handelskette. Gründerfamilie Kreke bleibt an Bord

Der Finanzinvestor Advent verkauft nach einem kantigen Preispoker die Parfümerie-Kette Douglas an das Private-Equity-Haus CVC. Noch am Freitag hatte Advent Henning Kreke, Mitglied der Gründerfamilie von Douglas und bislang deren Vorstandschef, vorgeschickt, um den Börsengang huldvoll anzukündigen: "Ein Börsengang bietet uns jetzt zusätzliche spannende Optionen", ließ sich der 50-Jährige zitieren. Mit der Erstnotiz sollten nach seinen Angaben rund 70 Millionen Euro frisches Geld von neuen Aktionären eingeworben werden.

Nach Informationen von manager-magazin.de hatten Advent und Kreke trotz ihrer Ankündigung vom Freitag aber weiter mit dem Finanzinvestor CVC über einen Verkauf verhandelt. Advent hält gut 80 Prozent an dem Unternehmen , die Familie Kreke den Rest. Douglas beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter, ist mit mehr als 1700 Filialen in 19 Ländern vertreten und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013/14 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.

Der Schwenk an diesem Montag ist ein Indiz für eine wachsende Skepsis gegenüber der weiteren Aufnahmefähigkeit der Aktienmärkte. Als Börsenbewertung hatten Advent und Kreke rund drei Milliarden Euro angepeilt. Allerdings hätte Advent bei einem Börsengang voraussichtlich nicht sofort den gesamten Anteil losschlagen können und also auf eine weiter stabile Nachfrage am Aktienmarkt hoffen müssen, um ihre Position weiter zu verringern. "Zuletzt war klar: Wenn Advent das Geld mit einem Rutsch einsacken kann, dann werden sie diese Option wählen", sagte einer der Verhandlungsteilnehmer.

Börsengang war vorvorgestern, also schon lange her: Henning Kreke, Vorstandschef von Douglas.
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Börsengang war vorvorgestern, also schon lange her: Henning Kreke, Vorstandschef von Douglas.
Den konkreten Kaufpreis verschwiegen am Montag allerdings alle Beteiligten. Die Familie Kreke soll mit 15 Prozent beteiligt, Henning Kreke vorerst Vorstandsvorsitzender bleiben. CVC hat bereits einschlägige Erfahrung im Beauty-Markt: 2007 hatte der Finanzinvestor die Mehrheit an der dänischen Kette Matas erworben, die etwas unterhalb von Douglas positioniert ist, um sie 2013 an die Börse zu bringen.

Douglas war von Advent und der Gründerfamilie Kreke erst 2013 von der Börse genommen worden. Der Finanzinvestor hatte danach umfangreich in dem Douglas-Handelsreich aufgeräumt. Er baute unter anderem das Parfümerie-Geschäft mit dem größten Zukauf der Unternehmensgeschichte - der französischen Kette Nocibe - aus und gab den Süßwarenhändler Hussel, die Wurzel des Unternehmens, sowie den Schmuckhändler Christ an Finanzinvestoren ab. Übrig sind die Buchhandelskette Thalia und der Modehändler AppelrathCüpper - sie sind aber nicht Teil der Übernahme durch CVC und bleiben bei Advent und Kreke. Thalia steht Insidern zufolge ebenso wie AppelrathCüpper auf der Verkaufsliste. Zur Zukunft beider Ketten wollten sich Kreke und Advent nicht konkret äußern.

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mit Reuters

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