Freitag, 31. März 2017

Konkurrenz ausgeschaltet Flixbus kauft Postbus - Angriff auf die Deutsche Bahn

Fernbus in Hamburg: Flixbus übernimmt seinen vorletzten großen Konkurrenten Postbus und dominiert damit den Fernbusverkehr in Deutschland

Flixbus kauft seinen vorletzten ernsthaften Konkurrenten in Deutschland. Zum 1. November diesen Jahres übernimmt der größte europäische Fernbusanbieter den Postbus.

Im November werden die ersten Linien der Fernbussparte der Deutschen Post in die Plattform von Flixbus übernommen. Jetzt bleibt als Wettbewerber im Fernbusverkehr nur noch der IC-Bus der Deutschen Bahn.

Im Sommer 2015 hatte Postbus noch eine Wachstumsinitiative gestartet und sein Netz auf 120 Städte in Deutschland ausgedehnt. Doch mit einem Marktanteil von rund 9 Prozent blieb das Unternehmen zu klein und konnte weiterhin keine Erträge erwirtschaften. Deshalb trennte sich nun die Deutsche Post von dem unrentablen Geschäft und erzielte sogar noch einen "substanziellen Kaufpreis", wie Flixbus-Gründer André Schwämmlein im Gespräch mit mm-online erklärte. Konkrete Zahlen wollte er aber nicht nennen.

Flixbus steigert Marktanteil auf mehr als 70 Prozent

Bereits zum 1. Juli hat sich Flixbus das Europa-Geschäft des aggressiven schottischen Konkurrenten Megabus einverleibt. Im vergangenen Jahr fusionierte Flixbus mit dem Wettbewerber Mein Fernbus und stieg zum Marktführer in Europa auf. Deutschland beherrscht das kombinierte Unternehmen seither mit einem Anteil von mehr als 70 Prozent.

Bedenken, die weitere Konsolidierung im Fernbusverkehr könnte zu höheren Preisen führen wiegelt Schwämmlein ab: "Der Wettbewerb findet intermodal statt - also mit Bahn, Flugzeug und vor allem mit dem Auto, das immer noch 85 Prozent Marktanteil bei Reisen in Deutschland hat." Seine günstigen Preise könne Flixbus aber nur halten, wenn die Fahrzeuge gut ausgelastet seien.

Dabei helfe nun die Übernahme von Postbus, die auch ältere Kunden für Flixbus gewinnen solle. Sie könnten zum Beispiel in Zukunft Fahrkarten nicht nur übers Internet, in Flixbus-Shops oder im Reisebüro kaufen sondern auch in 5 000 Postfilialen.

Zahl der Fahrgäste soll in diesem Jahr auf 30 Millionen steigen

2015 fuhren mehr als 20 Millionen Menschen auf den mehr als 100.000 täglichen Verbindungen zu 900 Städten in 20 europäischen Ländern. Dieses Jahr soll die Zahl der Nutzer auf 30 Millionen steigen - auch mithilfe der Übernahmen.

Mit der Übernahme will Flixbus auch sein Netz weiter ausbauen. Die bislang üblichen Parallelfahrten von Postbus und Flixbus zwischen den Großstädten sollen ersetzt werden durch häufigere Verbindungen auf diesen Linien. Zudem solle das Netz erweitert und mehr kleinere Städte angebunden werden. "Dann können auch die Bürger von Baden-Baden oder Bergisch-Gladbach mit dem Flixbus fahren", wirbt Schwämmlein. Mit nur einem Mal Umsteigen gelangten sie dann zu Destinationen in ganz Europa.

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