Donnerstag, 24. Mai 2018

FC St. Pauli & Under Armour "Nicht aufhören"

Jubel am Millerntor: FC St. Paulis Bernd Nehrig, Torschütze Christopher Buchtmann und Aziz Bouhaddouz (v.l.n.r.) feiern einen Treffer gegen den TSV 1860 München

1,2 Millionen Euro soll sich Under Armour die neue Partnerschaft mit dem FC St. Pauli jährlich kosten lassen. Im Interview erklärt Chris Bate, Vice President und Managing Director Europe des US-Sportartiklers, die Hintergründe des Deals mit dem Zweitligisten.

SPONSORs
Heft Mai 2018

SPONSORs ist der führende deutschsprachige Informations-dienstleister im Sportbusiness.

Mehr Infos zu SPONSORs

SPONSORs: Herr Bate, warum hat sich Under Armour für den FC St. Pauli entschieden?

Chris Bate: Der FC St. Pauli ist einzigartig. Er hilft uns in der Entwicklung einer Markenidentität in Europa, denn als wir uns für den Club entschieden, gab es nichts, wofür Under Armour in Europa stand. Ausschlaggebend war für mich zudem, dass man hier Dinge grundsätzlich anders machen will. Das wollen wir auch.

SPONSORs: Was ist das im Speziellen?

Bate: Wir liefern nicht nur Teamwear-Produkte, sondern unterstützen den FC St. Pauli auch im Bereich Fitness. Nach dem Abschluss mit dem Club starten wir jetzt die Entwicklung der Partnerschaft mit Wearables und Data-Tracking-Produkten für den Bereich Erholung und Schlaf der Spieler. Wir wollen unseren Beitrag zum sportlichen Erfolg durch unser Wissen in diesem Bereich einbringen.

SPONSORs: Neben den Profis will sich Under Armour auch im Nachwuchsbereich engagieren.

Bate: Das stimmt, wir stellen auch talentierten Nachwuchsspielern, die vom Club ausgesucht werden, Produkte zur Verfügung. Das machen wir auch bei unseren anderen Clubs wie dem FC Southampton.

SPONSORs: Welche weiteren Aktivierungsmaßnahmen plant Under Armour mit dem FC St. Pauli?

Bate: Wir unterstützen soziale Projekte des Clubs und des Stadtteils. Zudem haben wir zusammen mit dem FC St. Pauli den Kabinengang und den Spielertunnel im Stadion umgestaltet. Die Aktivierung hat also längst begonnen.

SPONSORs: Reichweite generiert ein Ausrüster auch durch den Trikotabsatz. Wie viele hoffen Sie zu verkaufen?

Chris Bate
  • Copyright: Under Armour
    Under Armour
    Chris Bate (52) ist seit Juni 2014 als Vice President und Managing Director Europe von Amsterdam aus für das Geschäft von Under Armour in Europa verantwortlich. Vor seiner Zeit beim US-Sportartikelhersteller war er Managing Director EMEA beim Softwareentwickler Incub8, zuvor beim Schuhhersteller Worldwide. Zwischen 1991 und 2010 arbeitete er unter anderem für die Sportartikler Puma und Nike im Produktmanagement.

Bate: Wir haben natürlich immer Verkaufsziele, auf die ich jedoch nicht näher eingehen kann. Wir haben auch viele Anfragen aus Mexiko und Brasilien. Die Anziehungskraft des FC St. Pauli geht weit über Hamburg und Deutschland hinaus.

SPONSORs: Sind auch die USA und Ihre Heimat Großbritannien Zielmärkte für St.-Pauli-Produkte von Under Armour?

Bate: Ja, auf jeden Fall. Allein für die offizielle Trikotpräsentation hatten wir Journalisten aus ganz Europa eingeladen. Der FC St. Pauli funktioniert, weil er als Marke für sich steht. Ich gehe davon aus, dass wir steigende Verkaufszahlen von FC-St.-Pauli- Produkten in den USA haben werden.

SPONSORs: Mit einem prominenten Erstligisten hätten Sie eventuell noch mehr verkauft.

Bate: Gut möglich, aber wichtiger als die Liga war es für uns, einen Partner zu finden, der zu uns passt. Ich sage nicht, dass wir nie einen deutschen Erstligisten unter Vertrag nehmen werden. Aber ausschlaggebend war für uns, dass die Außendarstellung des Clubs mit unserer übereinstimmt. Wir sind auf unserem Gebiet jeweils der Herausforderer.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH