Sonntag, 28. Mai 2017

Unternehmerfamilie sucht Mitstreiter für Firmeninvestments Investieren mit den Reimanns - ab 250.000 Euro sind Sie dabei

Ein erfahrener Kompagnon kann eine große Hilfe sein

Einzelne Mitglieder der Unternehmerfamilie Reimann, eine der reichsten Familien Deutschlands, öffnet ihr Wagniskapital-Geschäft für Dritte. Dafür werde Reimann Investors, ein Family Office von Mitgliedern der Unternehmerfamilie, erstmals einen Fonds auch für externe Anleger anbieten, sagte Geschäftsführer Michael Riemenschneider manager-magazin.de. Zielvolumen seien 40 bis 50 Millionen Euro, wobei bis zu 20 Millionen Euro von Dritten kommen sollen. Die Differenz stellt die Familie, die sich damit die Mehrheit sichert.

Hierfür bringt Reimann Investors vier bereits bestehende Start-up-Investments in den Fonds ein: Beteiligungen am Premium-Onlinehändler für Tierzubehör Alphapet, am Spezialisten für digitale Mitarbeitervergünstigungen Spendit, am Online-Sporthändler Kellersports und am Online-Dispositionskreditanbieter Cashpresso. Bei Alphapet stiegen die Reimanns schon 2012 ein und halten 41 Prozent. Nachdem man vor einem Jahr mit dem größten Rivalen fusionierte, erreiche der Umsatz jetzt einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, sagte Riemenschneider.

20 bis 30 Co-Investoren willkommen - Mindesteinsatz 250.000 Euro

Als Co-Investoren aufnehmen will Riemenschneider "20 bis 30 semi-professionelle Anleger, die die Ziele, Werte und Anlageperspektiven der von uns betreuten Familienmitglieder teilen - also unternehmerisch denkende Investoren, denen langfristiger Unternehmenserfolg wichtiger ist als schneller Verkauf". Sie müssen mindestens 250.000 Euro anlegen.

Reimann Investors wurde 2006 gegründet und verwaltet mit 15 Mitarbeitern Mittel von Mitgliedern der Unternehmerfamilie Reimann, die Ende der neunziger Jahre aus dem Unternehmen (Reckitt Benkiser) ausstiegen. Das Family Office legt ausschließlich am Kapitalmarkt und in unternehmerischen Direktbeteiligungen an.

Die Reimanns wollen nach Riemenschneiders Worten durch die Öffnung gegenüber Dritten vor allem absichern, dass ihr Family Office sich im Wettbewerb behaupten kann. Andere weit größere Familien-Vermögensverwalter wie HQ Trust (Familie Harald Quandt) bekommen schon seit langem den größten Teil ihrer Mittel von Externen anvertraut.

Welche Rendite Reimann Investors mit seinen Startup-Beteiligungen bisher erzielt hat, sagte Riemenschneider nicht. Bislang hat er einen lukrativen Exit vorzuweisen: das 2008 getätigte Investment in das Online-Bezahlungssystem Sofortüberweisung. Die Firma wurde 2014 an den schwedischen Konkurrenten Klarna verkauft, an der sich Reimann Investors wieder beteiligte.

Zudem baute man eine auf Finanzdienstleistungen für Startups und Wachstumsunternehmen spezialisierte Bank namens Deutsche Handelsbank sowie die Deutsche Kontor Privatbank auf. Diese legt für derzeit 150 Kunden spiegelbildlich zu den Kapitalmarktinvestitionen der Familie Reimann Mittel am Kapitalmarkt an.

Drei Startups aus den Bereichen Medizin-, Nano- und Klimatechnik lagern dagegen seit längerem im Portfolio, ohne dass ein profitabler Verkauf in Sicht wäre. Man habe Lehrgeld bezahlt und investiere nur noch in Fintechs, digitale Geschäftsmodelle und Online-Händler, so Riemenschneider. In diesen Branchen verfüge Reimann Investors über Expertise und ein sehr gutes Netzwerk.

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