Dienstag, 28. Juni 2016

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Facebook wächst rasant Umsatzsprung, Gewinnsprung, Kurssprung

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Das Unternehmen übertrifft mit seinem Geschäftsergebnis die Erwartungen

Für Facebook wird das Werbegeschäft zur Goldgrube. Der Umsatz des Konzerns von Mark Zuckerberg schoss im vergangenen Quartal um mehr als die Hälfte in die Höhe. Im hart umkämpften Weihnachtsgeschäft rissen sich die Kunden um Anzeigen auf dem weltweit größten Online-Netzwerk, dessen Nutzerzahl weiter kräftig wächst.

Vor allem die immer wichtiger werdende Werbung über Smartphones und Tablets wird von dem Unternehmen aus dem Silicon Valley dominiert. An der Börse löste der Zwischenbericht Jubel aus: Die Facebook-Aktie schoss am Mittwoch im nachbörslichen Handel um fast 12 Prozent in die Höhe auf mehr als 105 Dollar. Zum Vergleich: Der Ausgabekurs beim Börsengang 2012 hatte bei 38 Dollar gelegen.

Im abgelaufenen Vierteljahr katapultierte der Internet-Gigant seinen Gewinn um 124 Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar nach oben. Der Konzernumsatz, der sich zum allergrößten Teil aus dem Anzeigengeschäft speist, sprang um 52 Prozent auf 5,84 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen. "Es ist phänomenal, dass sie ihr Wachstum auf dieses Tempo beschleunigen", sagte Rob Sanderson vom Analysehaus MKM Partners.

Er verwies auf ungünstige Wechselkurseffekte durch den starken Dollar, der das Auslandsgeschäft dämpft. Die Werbeumsätze kommen nun zu 80 Prozent von Anzeigen, die auf Mobilgeräten laufen. Vor einem Jahr lag die Rate noch bei 69 Prozent. Die Anzeigenkunden sind inzwischen bereit, deutlich mehr Geld zu zahlen. Der Durchschnittspreis stieg um 21 Prozent.

Zahl der Nutzer steigt auf 1,59 Milliarden

In China ist der Facebook-Dienst zwar für Nutzer nicht zugänglich, aber Firmen aus der Volksrepublik können Anzeigen schalten. "Das zeigt die Bedeutung, die sie für die Inserenten haben", sagte Analyst Ken Sena vom Anlageberater Evercore ISI. "Sie stemmen hohe Investitionen, und - der Quartalsentwicklung nach zu urteilen - funktioniert das auch." In diesem Jahr sollen die operativen Ausgaben mit einem Anstieg von 30 bis 40 Prozent allerdings nicht mehr so schnell wachsen wie 2015, wie Finanzchef David Wehner erläuterte.

Dem US-Konzern ist es gelungen, beim Dauerbetrieb von Smartphones und Tablets die erste Geige zu spielen. Die weltweit am häufigsten genutzten Apps - neben Facebook - stammen von dem vor zwölf Jahren von Zuckerberg gegründeten Unternehmen. Dazu zählen das Messaging-Angebot Whatsapp und die Foto- und Video-App Instagram. Diese macht sich langsam auch bezahlt. Sie startete im September mit einem eigenen Anzeigengeschäft und übertraf 2015 die Marke von 400 Millionen Nutzern. Facebook zählte zum Jahresende 1,59 Milliarden monatlich aktive Nutzer, 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Whatsapp und der Datenbrillen-Hersteller Oculus Rift werfen für den Konzern bislang keine Gewinne ab. Aber Oculus Rift ist strategisch ein wichtiger Baustein. Denn der nächste große Computertrend ist für den frisch aus dem Elternurlaub zurückgekehrten Facebook-Chef Zuckerberg die virtuelle Realität. Außerdem setzt er auf die Zukunftsthemen künstliche Intelligenz sowie Drohnen, die das Internet auch in entlegene Gebiete der Welt bringen sollen.

cr/rtr

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