Freitag, 22. Februar 2019

Abschied von der Börse Air Berlin wird offenbar GmbH

Air-Berlin-Pilot im Cockpit: Etihad greift durch

Etihad greift bei Air Berlin durch: Wie manager magazin online berichtete, will der Großaktionär die Fluggesellschaft von der Börse nehmen. Insidern zufolge soll Air Berlin dafür in eine GmbH umgewandelt werden. Die Kleinaktionäre schäumen.

Berlin - Wie manager magazin online berichtete, will Großaktionär Etihad aus Abu Dhabi Air Berlin von der Börse nehmen. Nun erfuhr die "Wirtschaftswoche" aus Air-Berlin-Kreisen, dass Deutschlands zweitgrößte Fluglinie zu einer GmbH werden soll. Etihad wolle seinen Anteil von knapp 30 auf 49,9 Prozent aufstocken.

"Wir haben künftig eine deutsche Rechtsform", zitierte das Blatt einen Air-Berlin-Insider. Nach dem Rückzug von der Börse werde die britische Rechtsform plc. vermutlich in eine GmbH umgewandelt. Etihad kann seinen 29-Prozent-Anteil bislang nicht aufstocken, ohne dass Verkehrsrechte in Europa verloren gehen.

Die Kleinaktionäre, die 38,5 Prozent halten, sollten abgefunden werden. Ihre Anteile sollten an frühere Spitzenmanager der Fluggesellschaft und weitere Topmanager gehen. Von Air Berlin Börsen-Chart zeigen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

In den vergangenen Tagen war heftig über den weiteren Kurs des Lufthansa -Rivalen spekuliert worden. Eine ursprünglich für Donnerstag geplante Bilanzpresse-Konferenz verschob das Unternehmen um eine Woche.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger reagierte besorgt auf einen möglichen Börsenabschied Air Berlins. "Für die Aktionäre wäre das eine absolute Frechheit", sagte SdK-Sprecher Michael Kunert. Viele Aktionäre hätten aufgrund von Missmanagement bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft eine Menge Geld verloren. Etihad habe "Angst um ihr Geld", so Kunert, und wolle sich "stärkere Durchgriffsrechte verschaffen".

Die Aktie von Air Berlin Börsen-Chart zeigen war vor acht Jahren für 12 Euro pro Stück an die Börse gekommen, aktuell pendelt sie um 2 Euro.

Geschäftlich geht es Air Berlin entsprechend. Analysten rechnen für das vergangene Jahr mit einem hohen Minus. Erwartet wird ein operativer Jahresverlust (Ebit) zwischen 114 und 132 Millionen Euro nach 70 Millionen Euro Gewinn im Jahr zuvor. Der Konzern hatte damals von hohen Extraeinnahmen aus dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms an Etihad profitiert. Die arabische Fluglinie hatte Air Berlin zuletzt finanziell kräftig unterstützt.

ts/rtr/dpa

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