Freitag, 15. Dezember 2017

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eSport wird Volkssport Warum Gaming-Turniere ein gutes Investment für Unternehmen sind

Geht ab: Frankreich-Fans in einer Arena in Paris beim Finale des Video-Spiels "League of Legends".

3. Teil: Welche Risiken im eSport liegen

Dennoch dürfen auch die Risiken der noch jungen Branche natürlich nicht übersehen werden. Trotz fortschreitender Professionalisierung sind die meisten eSport-Profiteams nicht annähernd so gut gemanagt wie etwa im Profifußball. Verbindliche Governance-Strukturen entwickeln sich gerade erst. Von daher ist noch nicht absehbar, wie in Zukunft Machtverhältnisse und Abhängigkeiten im Turniersport zwischen Spieleherstellern, Ligen- und Eventorganisatoren sowie Teams verteilt sein werden, und welche Konsequenzen das für Investoren und Sponsoren hat. Ferner gehen mit dem Einstieg in den eSport mögliche Reputationsrisiken einher, solange generelle Vorbehalte gegenüber Computerspielen, insbesondere gegenüber Ego-Shooter wie "Counter Strike", existieren.

Letztlich muss natürlich, wie bei jedem Investment, die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens gewährleistet sein. Gerade bei Herdentrieb-Entscheidungen besteht die Gefahr, dass ein Investment nicht sorgfältig genug abgewogen wurde und der Businessplan am Ende nicht aufgeht. Vor allem aber darf ein ernstzunehmendes Investment in den eSport keine Randaktivität im Unternehmen bleiben, sondern sollte integraler Bestandteil der Gesamtstrategie sowie der Digitalisierungsanstrengungen der jeweiligen Organisation sein.

Sascha L. Schmidt ist Professor an der WHU - Otto Beisheim School of Management und Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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