Samstag, 3. Dezember 2016

Telekom-Tochter Drei Bieter vorne im Verkaufsprozess der Scout24-Gruppe

Maklerbörse Immobilienscout24: Die Konzermutter Deutsche Telekom will Geld und Entwicklungspläne sehen

Neue Bewegung im Verkauf der Scout24-Gruppe: Der Mutterkonzern Deutsche Telekom hat eine erste Vorauswahl getroffen und drei von insgesamt fünf verbliebenen Finanzinvestoren einen bevorzugten Zugang im Bieterprozess gewährt. Nach Informationen von manager magazin online sind dies die Private-Equity-Häuser EQT, Silverlake und Hellman & Friedman.

Hamburg - Weiter mit im Rennen verblieben sind zudem Apax und TPG. Letztere haben seit Anfang der Woche aber keinen Zugriff mehr auf umfassendere Informationen wie etwa den Austausch mit Management- und Technik-Teams des Online-Portals, erfuhr manager magazin von mehreren mit der Situation vertrauten Personen.

Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Apax und TPG sich in dem Verfahren überhaupt noch durchsetzen können. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefällt. Der nächste Termin, an dem die Interessenten ein endgültiges Angebot abgeben müssen, ist für den 4. November angesetzt.

Auch ist noch nicht entschieden, ob die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen sich von einem Minderheitsanteil von 30 Prozent verabschiedet oder gar die Mehrheit an dem Portal abgibt.

Ein Telekom-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Die Telekom hatte bereits Ende 2012 das Geschäft mit online Immobilien- und Auto-Inseraten zur Disposition gestellt, die Begierde nach der Scout24-Gruppe ist seither groß. Auch der Medienkonzern Springer hatte starkes Interesse bekundet, sich aber zuletzt aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen aus dem Verfahren verabschiedet.

Ein potentieller Partner muss nicht nur Geld mitbringen

Laut Schätzungen setzte die Scout24-Gruppe zuletzt 350 Millionen Euro um, bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 80 Millionen. Als Kaufpreis für die gesamte Gruppe hatte die Telekom zunächst rund zwei Milliarden Euro veranschlagt, ist aber zuletzt von der Forderung - immerhin ein 25-Faches des Jahresgewinns - offenbar etwas abgerückt.

Die potenziellen Partner der Telekom müssen indes nicht nur viel Geld mitbringen, sondern auch Vorschläge unterbreiten, wie das Geschäft gemeinsam weiter entwickelt werden kann. Zudem wünscht man sich in Bonn von einem künftigen Partner auch Expertise, wie weitere Digital-Geschäfte des Konzerns, etwa die ins Hintertreffen geratene Payment-Tochter Click & Buy und der Vermarktungs-Dienst Interactive Media, besser aufgestellt werden können.

Ebenso erwünscht ist zudem Erfahrung, wenn es darum geht, in aufstrebende Startups aus dem Silicon Valley zu investieren. Wie aus der Branche weiter verlautet, ist insbesondere der schwedische Finanzinvestor EQT daran interessiert, die Scout24-Gruppe ganz zu übernehmen. Aber auch auch aufseiten von Helman & Friedman sei man bereit, bei einem Komplettverkauf mitzubieten, heißt es.

Der ins Straucheln geratene Finanzinvestor Apax hatte indes erschwerte Startvoraussetzungen. Die Telekom hat schließlich mit dem Finanzinvestor schlechte Erfahrungen gesammelt, nachdem sie 2008 Call-Center-Einheiten an die damals von Apax gehaltene D&S-Gruppe verkaufte - und diese die Einheiten später schloss.

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