Donnerstag, 23. März 2017

Der DEnglische Patient Englisch lernen mit ... Donald Trump!

Donald Trump: "Scurillous", "wolfy", "raunchy", "lewd" - die englische Sprache hat wundervolle Worte für niederträchtiges, anzügliches Verhalten

Warum immer nur über den republikanischen Präsidentschaftskandidaten lästern - wenn man auch von ihm lernen kann? Jedenfalls sprachlich!

Peter Littger

Dass die englische Sprache nicht nur für uns Denglische Patienten, sondern auch für US-amerikanische Präsidenten eine große Herausforderung darstellt, das wissen wir spätestens seit George W. Bush. Er regierte mit geschätzten 100 Wörtern. Außerdem verwirrte und amüsierte er die Welt mit unzähligen "Bushisms".

Unvergessen sind Bushs Schrumpfwörter:

Aus "Democracy" machte er "Moxy". Aus "Freedom" wurde "Freem". Und er selbst wurde "Dubya" gerufen.

Legendär waren seine Wortschöpfungen:

"They misunderestimated me".

Unübertroffen bleiben seine Satzleichen:

"Will the highways on the Internet become more few?"

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass es nun ausgerechnet der Journalist Billy Bush war - ein Cousin von "Dubya" -, der es etwas unwahrscheinlicher gemacht hat, dass erneut ein Mann ins Weiße Haus einzieht, der einen sehr eigenwilligen Zugang zu unserer Lieblingsfremdsprache hat: "The Donald", wie ihn Billy Bush in seinem mittlerweile weltbekannten Grundkurs für Grapscher nannte.

Je wahnsinniger Donald Trump und sein Wahlkampf werden, desto interessanter wird die Angelegenheit für uns! Rein sprachlich, meine ich.

Nicht nur, dass die "New York Times" den Donald längst als "Groper in Chief" bezeichnet. Auch die sachlichen Beschreibungen sollten wir uns genauer ansehen, damit wir wirklich mitreden können. Etwa, dass Billy Bush laut "New York Times" "genial" sei. Und der Donald "scurrilous".

Verstehen Sie das?

Klar, sagt sich der Denglische Patient: "genial" bedeutet "genial". Und "scurrilous" wohl "skurril" … Doch leider ist das beides total daneben!

Das englische Wort "genial" beschreibt vielmehr einen "angenehmen", "freundlichen", "geselligen", vielleicht auch "einfühlsamen" und womöglich "einschleimenden" Menschen. Wäre Billy Bush im deutschen Sinn genial, würde man ihn als "brilliant" bezeichnen oder sagen: "He is a man of genius."

Die Sprache der Niedertracht: Donald Trumps "lewd comments"

Unterdessen führt uns das englische Adjektiv "scurrilous" zum wahren Donald. Den es bedeutet "pöbelhaft", "unflätig", "ordinär" und sogar "niederträchtig". Ein anderes Wort, das englischsprachige Medien oft verwenden, um Trumps "anzügliche" Art zu beschreiben, lautet "lewd". Ich werde es mir unbedingt merken: "his lewd comments".

Schön sind übrigens auch die Wörter "raunchy" und "wolfy": "dreckig" und "lüsternd". Und wenn Trump Frauen in den Ausschnitt oder auf den Arsch glotzt, zum Beispiel seiner Tochter, über die er ja mal gesagt hat, dass er sie gerne als Freundin hätte, wenn sie nicht seine Tochter wäre (!) … dann sagt man: "He is leering at her."

Alles in allem - in a nutshell - lässt sich Trumps Einstellung zu den Frauen auf Altgriechisch so zusammenfassen: "He's a misogynist" oder "The Donald is misogynic". Er ist ein Frauenhasser.

Seite 1 von 3
Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH