Montag, 23. Januar 2017

Bessere Energieeffizienz Was Unternehmer beim nachhaltigen Bauen beachten sollten

Firmen versorgen sich selbst mit Strom: Meine Leute, mein Fuhrpark, mein Kraftwerk
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DPA

Die Verpackungen sind verheißungsvoll blau wie der Himmel an einem Sommertag. Gezeichnete Früchte darauf erinnern mit ihren knalligen Farben an die bunten 70er Jahre. Doch das Gebäude, in dem die Berliner Manufaktur Florida Eis ihre gefrorenen Süßigkeiten herstellt, ist alles andere als retro - es ist hochmodern.

Auf dem Dach erzeugen Solarzellen und ein Windrad Strom, eine Pelletheizung deckt den Wärmebedarf. Gekühlt wird in der Eisfabrik mithilfe von Stickstoff statt mit Strom oder CO2. Zudem werden die Lieferfahrzeuge werden über Nacht mit Kälte "aufgeladen" und kommen deshalb untertags ohne zusätzliche Kühlung aus.

Fünf Millionen Euro hat der Unternehmer Olaf Höhn in die 2013 eröffnete, gut 4000 Quadratmeter große Produktionsstätte in Berlin-Spandau gesteckt. "Wir machen aus Sonne Eis", wirbt das Unternehmen nun mit Recht. Das CO2-neutral produzierte Gefrorene lockt auch jene wachsende Zahl von Berlinern, die großen Wert auf die nachhaltige Produktion ihrer Lebensmittel legen.

Deutschlandweit versuchen clevere Unternehmer, den Energiebedarf ihrer Anlagen und Immobilien auf ein Minimum zu senken. Dafür gibt es Förderungen vom Staat - und es werden künftig eher mehr denn weniger werden.

Mittelständler sollen voneinander Energieeffizienz lernen

Laut dem 2014 beschlossenen Klimaschutzplan der Bundesregierung soll die Emission von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 sinken. Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will, müssen nicht nur Autos und Lkw künftig weniger Schadstoffe in die Luft blasen. Auch Industriebetriebe und Unternehmen müssen sich anstrengen, um künftig mit weniger Primärenergie auszukommen und bei der Produktion von Gütern die Umwelt weniger zu belasten.

Gerade im Mittelstand finden sich einige Vorreiter: So hat die nordrhein-westfälische Bäckereikette Schüren in ihrer neuen Backstube den CO2-Ausstoß um 91 Prozent gesenkt. Der Industriestecker-Spezialist Weidmüller definiert jährlich Energieziele und senkt so den Energieverbrauch kontinuierlich - in den Produktionshallen und den Bürogebäuden.

Damit dies keine Einzelfälle bleiben, fördert die Bundesregierung den Aufbau von Energieeffizienz-Netzwerken in ganz Deutschland. In ihnen sollen je 10 bis 15 Unternehmen voneinander lernen, wie sie den Energieverbrauch senken können. Rund 100 solcher Initiativen gibt es bisher, 500 sollen es in den kommenden drei Jahren werden.

Schon jetzt gibt es Dutzende Fördervarianten, wie eine Übersicht der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) zeigt. Für neu errichtete Gewerbeimmobilien gebe es klare Mindeststandards, sagt DENEFF-Geschäftsführer Martin Bornholdt. Ein guter Architekt erstelle für Gewerbeimmobilien auch ein Energiekonzept samt einer Betriebskostenprognose, für kleinere Unternehmen sei das allerdings noch nicht selbstverständlich. Die Standards im Neubaubereich hätten dazu geführt, dass frisch errichtete Gewerbegebäude nun im Schnitt nur halb so viel Energie verbrauchen wie noch vor 20 Jahren.

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