Dienstag, 26. September 2017

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Mögliche Fake-News-Kampagne Emirate sollen hinter Hackerangriff auf Katar stehen

Küste von Doha, Katar

Ein Hackerangriff soll die Krise in der Golfregion ausgelöst haben. Doch auch Wochen später ist unklar, wer dahinter steckt. Laut "Washington Post" deutet einiges auf die Vereinigten Arabischen Emirate hin.

Knapp eineinhalb Monate ist es her, da kappten mehrere arabische Staaten ihre Verbindungen zu Katar und verhängten eine Blockade. Das Land unterstütze Terrorgruppen, begründeten sie ihre Entscheidung - und beriefen sich auch auf eine iranfreundliche Äußerung der katarischen Führung.

Doch zumindest diese Aussage ist nach Angaben Katars so nicht gefallen, sondern eine Fehlinformation, gestreut bei einem Hackerangriff. Und laut einem Bericht der "Washington Post" sollen die Vereinigten Arabischen Emirate dahinter stecken - eines der Länder, die die diplomatischen Beziehungen daraufhin beendet hat. (Lesen Sie hier mehr zum Showdown am Golf)

Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf US-Geheimdienstkreise. In der vergangenen Woche hätten die Geheimdienste bestätigt, dass hochrangige Regierungsmitglieder der Vereinigten Arabischen Emirate am 23. Mai den Plan und seine Umsetzung diskutiert hätten. Es bleibe jedoch unklar, ob die Emirate den Hackerangriff auf die Seite der katarischen Regierung selbst ausgeführt hätten oder ihn in Auftrag gegeben hätten.

Die Botschaft der Emirate in den USA wies den Bericht der "Washington Post" auf Twitter umgehend als falsch zurück. Das Land spiele bei dem in dem Artikel beschriebenen mutmaßlichen Hackerangriff keine Rolle. Wahr sei vielmehr, dass Katar Extremisten von den Taliban bis hin zur Hamas finanziere und unterstütze.

In der mutmaßlichen Falschmeldung im Mai hatte es geheißen, das Staatsoberhaupt von Katar, Emir Tamim bin Hamad al-Thani, habe den Iran als islamische Macht bezeichnet und die Hamas gelobt.

Anfang Juni hatte der Sender CNN bereits berichtet, russische Hacker hätten möglicherweise die staatliche Nachrichtenagentur von Katar gehackt und mit einer Falschmeldung zur diplomatischen Krise unter den Golfstaaten beigetragen. Das Ziel Russlands sei es offensichtlich, einen Keil zwischen die USA und ihre Verbündeten zu treiben. In Katar befindet sich der größte US-Militärstützpunkt der Region. Auf der Luftwaffenbasis al-Udeid sind mehr als 10.000 US-Soldaten stationiert.

Katars Außenminister Scheich Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani sagte CNN damals, das FBI habe den Hackerangriff und die Fake-News-Geschichte bestätigt. "Was auch immer an Vorwürfen laut geworden ist, alles basiert auf Fehlinformationen", sagte er.

la/spon/mmo

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