Freitag, 15. Dezember 2017

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Fahrrad-Verband reicht offiziell Beschwerde ein Preissturz bei E-Bikes - Industrie sauer auf China

E-Bike-Sharing in Shenzhen, Südchina
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E-Bike-Sharing in Shenzhen, Südchina

Kräftige Elektro-Mountainbikes für unter 1000 Euro, normale Pedelecs für noch weniger Geld: Billige E-Bikes aus China überrollen derzeit den europäischen Markt. Die eingesessene Industrie begehrt nun gegen die Importe auf.

Die europäische Seite wirft der Volksrepublik unfaire Praktiken auf dem Markt für Elektrofahrräder vor. Der Verband der europäischen Fahrradhersteller (EBMA) reichte bei der EU-Kommission eine entsprechende Beschwerde ein. Im Handel zwischen der Europäischen Union (EU) und China gibt es somit einen neuen Streitpunkt.

Den Vorwürfen zufolge verkaufen chinesische Produzenten E-Bikes auf dem EU-Markt dank illegaler Staatshilfen zu extrem niedrigen Preisen, teils unter den Produktionskosten. Die Brüsseler Behörde hat bis Ende Oktober Zeit, um über ein Ermittlungsverfahren zu entscheiden. Zwist gibt es bereits unter anderem über chinesische Stahl- und Solarmodulimporte.

Laut EBMA wurden im vergangenen Jahr mehr als 430.000 E-Bikes aus China in der EU verkauft, 40 Prozent mehr als 2015. Fürs laufende Jahr erwartet der Verband einen Anstieg auf etwa 800.000 Stück. Den Angaben zufolge kaufen die Europäer insgesamt rund 20 Millionen Fahrräder im Jahr. Davon seien derzeit etwa 10 Prozent E-Bikes. Der Anteil könne binnen fünf Jahren auf 25 Prozent steigen.

nis/rtr

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