Sonntag, 16. Dezember 2018

Wikipedia-Gründer Wie Jimmy Wales die Telekom erschüttern will

Jimmy Wales: Mit Spendensammeln und professionellem Marketing kennt sich der Gründer von Wikipedia aus. Nun erschreckt Wales die Telekom-Branche

Als Gründer des Internetlexikons Wikipedia hat Jimmy Wales Internetgeschichte geschrieben. Jetzt nimmt sich der Weltverbesserer den Mobilfunkbereich vor: Sein Einstieg bei "The Peoples´s Operator" sollte die Deutsche Telekom nervös machen.

München - Wales steigt bei einem Mobilfunkbetreiber ein, der einen Teil seines Gewinnes für soziale Zwecke spendet - und mit diesem Geschäftsmodell weltweit expandieren will.

Mit Spendensammeln kennt sich Wales so gut aus wie wenige andere. Mit seiner Online-Enzyklopädie Wikipedia hat er die Art, wie Wissen generiert wird, revolutioniert - und dafür, dass seine Idee im Netz überleben kann, hat er zudem Millionen Dollar an Spenden im Netz gesammelt.

Diese Fähigkeit fürs Spendensammeln will Wales nun offenbar perfektionieren. Der Internet-Unterneher steigt bei einem Mobilfunkbetreiber ein, dessen Geschäftsmodell darauf basiert, dass er 10 Prozent des jeweiligen Rechnungsbetrages sowie ein Viertel seines Gewinnes für soziale Zwecke spendet - ohne die Kunden dafür mit Mehrkosten zu belasten.

Möglich wird dies laut Wales alleine dadurch, dass das Unternehmen, statt Millionen für Marketing auszugeben, auf Mund-zu-Mund-Propaganda setzt, wie Wales auf der Digital-Konferenz DLD in München sagte.

Bislang ist The People's Operator (TPO) nur in Großbritannien aktiv und eine verhältnismäßig kleine Nummer im britischen Mobilfunkmarkt. Doch das soll sich nach dem Willen von Wales bald ändern. Erste Schritte für eine Eroberung neuer Märkte seien bereits eingeleitet, sagte TPO-Mitgründer Mark Epstein manager magazin online.

Auch für Jimmy Wales könnte sich das Engagement bei TPO als Win-Win-Situation erweisen, sollte der Mobilfunkbetreiber tatsächlich wie Wikipedia zu einem weltweiten Siegeszug ansetzen. Denn auch wenn das Geschäftsmodell auf Spenden basiert, ist TPO keine Non-Profit-Organisation, sondern, wie andere Unternehmen auch, darauf ausgerichtet, Gewinn zu erwirtschaften.

Mit wieviel Prozent er bei TPO eingestiegen ist und was er dort verdient, verriet Wales nicht. Die Idee, dass er mit seinem Charity-Ansatz auch andere Unternehmen unter Druck setzen könnte, einen Teil ihrer Gewinne weiterzugeben, scheint ihm allerdings zu gefallen.

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