Sonntag, 19. November 2017

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IAA verweist auf digitale Mobilität Das ist das Auto von morgen

Deutschland, 2030. Leise surren Robotertaxis durch die Straßen der Städte, sie fahren per App vor. Innen drin lesen die Passagiere und telefonieren. Ein Lenkrad gibt es nicht. An der Ecke tanken Elektroautos Strom. Über den Dächern fliegen autonome Lufttaxis umher. Sie wirken wie Mischungen aus Drohnen und Hubschraubern. Unfälle sind selten, die Autos kommunizieren miteinander. Wagen zu teilen ist in. Und: Die Fahrzeuge sind umweltfreundlich, die Luft bleibt sauber.

Schöne neue Autowelt? In Zeiten der Dieselkrise mit immer neuen Messungen über dreckige Fahrzeuge scheint das schwer vorstellbar. Das Image von Deutschlands Schlüsselbranche ist ramponiert. Doch glaubt man Forschern und Entwicklern, ist es ein durchaus realistisches Zukunftsszenario.

"Die Automobilindustrie befindet sich mitten in einem fundamentalen Wandel", sagt BMW -Chef Harald Krüger. "Wenn wir weiterhin zukunftsfähig bleiben wollen, müssen wir hier und jetzt handeln."

Größter Umbruch seit Erfindung des Automobils

Viele sprechen vom größten Umbruch seit der Erfindung des Automobils vor rund 130 Jahren. Damals lösten Autos die Pferde und Kutschen als Transportmittel ab. Und nun? Oft fällt beim Mythos Auto das Wort Disruption, also des harten Bruchs. Neues entsteht, alte Geschäftsmodelle werden durcheinandergewirbelt.

Die Megathemen, auch bei der Automesse IAA in Frankfurt (14.-24.9.), heißen Digitalisierung und alternative Antriebe. Manche Experten geben aber auch dem Diesel noch eine große Zukunft.

Diesel-Debakel und weitere Schattenseiten des Automobils

Eigentlich gab es beim Auto schon immer Schattenseiten. "Die Probleme des Autos sind lange bekannt: Es ist ressourcen- und energieverschwendend, es ist dreckig", sagt Kurt Möser, Professor für Kulturgeschichte der Technik am Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT. Immer wieder aber sei das Auto neu erfunden und weiterentwickelt worden. Und auch Umweltkonflikte sind nichts Neues. Beispiel: Mitte der 80er Jahre wurde der Katalysator Pflicht - nach langen Debatten und gegen Widerstände.

Diesmal aber geht es ans Eingemachte. Vor ziemlich genau zwei Jahren wurde der Diesel-Abgasskandal bei VW bekannt. Auch bei anderen Herstellern zeigten Tests: Fahrzeuge sind auf der Straße viel dreckiger als auf dem Prüfstand. Die Branche schlitterte in eine Glaubwürdigkeitskrise. Seither ist sie unter Druck, innovativer und umweltfreundlicher zu werden. Viele Kunden sind verunsichert. Der Diesel-Marktanteil bei Neuzulassungen sinkt rapide.

Stickoxide (NOx): Grüne fordern Diesel-Verbot ab 2030

Vor allem ein Begriff ist es, über den ständig debattiert wird: Stickoxid (NOx). Stickoxide können den Atemwegen und dem Herz-Kreislauf-System schaden. Beim VW-Skandal ging es um den Ausstoß eben dieses Schadstoffs. Weil die NOx-Grenzwerte deutlich überschritten werden, drohen Fahrverbote für ältere Dieselwagen in Innenstädten. Und nicht nur Zehntausende Handwerker fragen sich, ob sie künftig noch mit ihren Transportern zu den Kunden kommen.

"Solange die Industrie weiter für ihr Recht auf billige, schmutzige Diesel kämpft, schaufelt sie sich ihr eigenes Grab", sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Die Grünen fordern ein Verbot neuer Benzin- und Dieselmotoren ab 2030. Der Umweltverband Greenpeace sieht das schon ab 2025 und ist für eine radikale Verkehrswende, um das Klima zu schützen.

Großbritannien will den Verkauf von Diesel- und Benzinautos ab 2040 verbieten. Auch Frankreich hat erklärt, den Verkauf von Verbrennungsmotoren bis 2040 einzustellen. Der weltgrößte Elektroauto-Markt China erwägt Quoten. Das würde vor allem die europäischen Autobauer unter Druck setzen.

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