Freitag, 21. Juli 2017

"Bild"-Herausgeber Springer-Mitarbeiterin wirft Diekmann Belästigung vor

Kai Diekmann und Ehefrau Katja Kessler Anfang Dezember auf der Spendengala "Ein Herz für Kinder".

Kai Diekmann soll nach SPIEGEL-Informationen eine Springer-Mitarbeiterin im Sommer beim Baden belästigt haben. Die Frau zeigte den Herausgeber der "Bild"-Gruppe an. Er bestreitet den Vorwurf.

Kai Diekmann, Noch-Herausgeber der "Bild"-Gruppe und einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands, muss sich gegen den Vorwurf des sexuellen Übergriffs wehren. Nach Informationen des SPIEGEL wirft ihm eine Mitarbeiterin des Unternehmens vor, sie nach einer Klausurtagung in Potsdam im Sommer beim Baden belästigt zu haben. Die dortige Staatsanwaltschaft bestätigte eine Strafanzeige und Ermittlungen in dieser Sache.

Bei Springer hieß es, man kenne den Vorwurf, die Mitarbeiterin habe sich unmittelbar nach dem angeblichen Übergriff an das Unternehmen gewandt. Daraufhin habe man den Fall mithilfe externer Rechtsexperten eingehend untersucht, habe aber mit den zur Verfügung stehenden Mitteln kein strafbares Verhalten feststellen können.

Um den Vorwurf aber rechtsverbindlich klären zu lassen, habe man die Erkenntnisse mit dem Einverständnis Diekmanns an die Staatsanwaltschaft gegeben. Die Anzeige der Mitarbeiterin sei unmittelbar danach erfolgt. Diekmanns Anwalt Otmar Kury erklärte: "Der gegen Herrn Diekmann erhobene Vorwurf ist haltlos, und wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden." Diekmann selbst wollte sich nicht äußern.

Ende 2016 hatte der langjährige "Bild"-Chefredakteur bekannt gegeben, den Springer-Konzern zu Ende Januar zu verlassen. Springer-Chef Mathias Döpfner lobte damals die Verdienste des 52-Jährigen vor allem rund um die Digitalisierung in höchsten Tönen. In der Pressemitteilung von Ende 2016 hieß es: "Wir sind traurig über sein Ausscheiden."

Eine Konzern-Sprecherin sagte, die Vorwürfe seien nicht der Grund für Diekmanns Abschied von Springer. "Es ist aber auch richtig..., dass es den Zeitpunkt seines Ausstiegs jetzt lediglich etwas beschleunigt hat."

SPIEGEL ONLINE, Reuters

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