Freitag, 1. Juli 2016

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Was Staatsdiener wirklich verdienen Mehr Kindergeld, hohe Pension - die Privilegien der Beamten

Luxuspension: Ein Beamter muss sich um die Rente keine Sorgen machen

Als "die neuen Adeligen" bezeichnet Torsten Ermel die deutschen Beamten. In seinem neuen Buch rechnet der Wirtschaftsprüfer vor, was die Staatsdiener hierzulande wirklich verdienen - und kommt zu frappierenden Ergebnissen. In einer fünfteiligen Serie exklusiv für manager-magazin.de stellt der Autor seine wichtigsten Thesen vor, die für viel Gesprächsstoff sorgen dürften - nicht nur unter Beamten.

"Alle Tiere sind gleich - nur manche sind gleicher." Dieses Zitat aus George Orwells "Die Farm der Tiere" ist mehr als 70 Jahre alt - und doch brandaktuell. Und zwar nicht nur in Griechenland sondern auch bei uns in Deutschland.

Die Krise Griechenlands, die fast zum Staatsbankrott geführt hätte, beruhte unter anderem auf dem völlig überdimensionierten und nicht mehr finanzierbaren Staatsapparat mit absurden Privilegien für Beamte: bis zu 16 Gehälter im Jahr, Sonderurlaub für Tätigkeit am PC, Prämien für Pünktlichkeit, Hinterbliebenenpension für unverheiratete Töchter und weitere Absonderlichkeiten.

Die Griechen mussten sich dafür vor allem aus Deutschland einiges an Häme gefallen lassen. Beschränkt sich diese angeprangerte Mentalität aber nur auf unsere europäischen Nachbarn? Nein! Auch in Deutschland haben sich diejenigen, die an der Quelle sitzen, eine Parallelwelt mit kostspieligen Privilegien geschaffen, von denen Otto Normalarbeitnehmer nur träumen kann.

Diese Parallelwelt wird bezahlt von der Allgemeinheit, von den Steuer- und Beitragszahlern. Dies möchte ich an drei Beispielen verdeutlichen.

Durchschnittspension mehr als doppelt so hoch wie Durchschnittsrente

Der Durchschnittspension eines Beamten von 3000 Euro steht heute in Deutschland eine Durchschnittsrente des normalen Arbeitnehmers von 1314 Euro gegenüber. Dabei erreicht der Beamte seine Höchstpension schon nach 40 Dienstjahren; der Standardrentner muss dafür 45 Jahre schaffen.

Torsten Ermel
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    Tectum Verlag
    Neugier und Gerechtigkeitssinn haben den Bankkaufmann und BWLer Torsten Ermel (Jahrgang 1966) zur Beschäftigung mit den Einkünften von Beamten gebracht. Er ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Bielefeld und plädiert für mehr Gerechtigkeit sowie für eine politische Reform des Beamtentums.
Dem Beamten werden dabei auch seine Wehr- oder Zivildienstzeiten als Dienstzeiten angerechnet sowie bis zu zweieinhalb Jahren der Hochschulausbildung, unter Umständen auch mehr. So schrumpft die notwendige Dienstzeit bis zum Pensionsantritt noch weiter zusammen.

Beamte erhalten, wenn alle Stricke reißen, in jedem Falle eine Mindestpension 1573 Euro, und zwar bereits nach einer Mindestdienstzeit von fünf Jahren. Diese Minimalpension ist schon höher als die Standardrente des Eckrentners, der 45 Jahre lang durchschnittlich verdient hat.

War nicht das Pensionsproblem einer der Hauptgründe für Griechenlands maroden Staatshaushalt? Und hatte nicht die Bundesregierung immer wieder darauf gedrungen, dass hier Kürzungen erfolgen müssen? Nur zu Hause tut sie das komischerweise nicht…

Aber auch wir kommen nicht darum herum: Deutschland wird massiv gegensteuern müssen, wenn Bund und Länder die Schuldenbremse und langfristig auch die Maastricht-Kriterien auf Dauer einhalten wollen. Es rollt eine Pensionslawine ungeahnten Ausmaßes auf uns zu.

Zur Finanzierung hat der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen bereits einen "Beamten-Soli" ins Spiel gebracht - eine grauenhafte Vorstellung. Ohne Einschnitte, das heißt Absenkung der Pensionen auf ein vernünftiges Maß, wird es nicht gehen.

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