Donnerstag, 17. Januar 2019

Die Mäzene der Bundesliga Warum diese Männer Millionen in den Fußball stecken

Hält Anteile der ausgegliederten Fußballabteilung des HSV: Logistik-Milliardär und Rothosen-Fan Klaus-Michael Kühne
picture-alliance/ dpa
Hält Anteile der ausgegliederten Fußballabteilung des HSV: Logistik-Milliardär und Rothosen-Fan Klaus-Michael Kühne
Der neueste Investor der Fußball-Bundesliga heißt Klaus Hofmann: Sein Geld, das er als Miteigner des Brandschutzspezialisten Minimax (1,3 Milliarden Euro Umsatz) verdient hat, steckt er in den FC Augsburg. 99 Prozent der Anteile an der ausgegliederten ersten Fußballmannschaft will Hofmann gemeinsam mit einigen weiteren Investoren zur kommenden Saison übernehmen. Er weiß, worauf er sich einlässt: Hofmann ist seit Dezember 2014 Präsident des Vereins.

Wie auch Rolf Elgeti, der jüngst seine Einstiegsabsichten bei Hansa Rostock verkündet hat, handelt Hofmann primär aus ideellen Gründen. Elgeti hatte den "Norddeutschen Neuesten Nachrichten" gesagt, er habe "ein hohes emotionales Interesse, dass der Verein weiter besteht." Fest ist in Rostock allerdings noch nichts, Elgeti hat jedoch schon "sehr lange und intensiv" mit Hansa-Vorstandschef Michael Dahlmann über ein Engagement an der Warnow diskutiert.

Eine Voraussetzung für den umstrittenen Immobilien-Unternehmer ist, dass Rostock - wie es viele Bundesligisten wie Augsburg bereits vorgemacht haben - seine Profiabteilung ausgliedert; er wolle sein Geld nicht verbrennen, sagte er im Interview. Das klingt ambitioniert, denn, wie FCA-Präsident Hofmann zu seinem eigenen Investment festhielt: Solange die 50+1-Regelung gilt, nach der die Vereine die Mehrheit der Stimmen an ihren Fußballfirmen halten müssen, seien die Anteile ohnehin "wirtschaftlich nichts wert".

Eher teures Hobby denn lohnendes Investment

Während Investoren in Frankreich oder England ehemalige Mittelmaß-Clubs wie Paris Saint-Germain, Chelsea FC oder Manchester City zu Top-Mannschaften hochgespritzt haben, wirken die Engagements reicher Gönner in der Bundesliga eher wie kostspielige Hobbies: Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne hat dem klammen HSV immer wieder mit Darlehen und zuletzt mit einem Anteilskauf aus der Klemme geholfen. Bekommen hat er dafür vor allem das Recht, sich medial immer wieder über die Klubführung auszulassen.

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp hat seinen Jugendverein 1899 Hoffenheim mit geschätzten 350 Millionen Euro aus der Kreis- in die Bundesliga geführt - einen Gewinn hat der Club in sechs Jahren Bundesliga zwischen 2008 und 2014 allerdings erst einmal erzielt, 2011 mit 1,7 Millionen Euro. Von Champions League spricht in Sinsheim niemand.

Hopp ist ein Unikat in Deutschland: Ab Juli ist er der einzige wirkliche Alleinherrscher der Bundesliga. Nach 20 Jahren Arbeit für einen Verein dürfen Geldgeber laut 50+1-Regel die Stimmenmehrheit übernehmen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung