Samstag, 21. Oktober 2017

Top 100 Das sind die innovativsten Mittelständler Deutschlands

Auswahl aus Top 100: Die innovativsten Mittelständler Deutschlands - 2017
Fotos
Peter Huber Kältemaschinenbau

Mittelständler sind oft wahre Innovationschampions: Sie können unternehmerische Herausforderungen schneller und flexibler angehen als die trägen Riesen der Konzernwelt. Doch die Unterschiede sind groß. Während viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sich vor allem mit der Digitalisierung noch sehr schwer tun, nutzen andere sie als echten Wertschöpfungsturbo. Der Wettbewerb "Top 100" identifiziert die innovativsten Mittelständler. mm stellt die Sieger vor.

Eins eint alle Top 100: Ein deutlicher Vorsprung vor der Mehrzahl der Mittelstandsunternehmen in Deutschland. Die ausgezeichneten Unternehmen strotzen nur so vor Einfallsreichtum und Kreativität. Mit Neuheiten und Produktverbesserungen aus den vergangenen drei Jahren erwirtschaften sie fast 40 Prozent ihres aktuellen Umsatzes, gegenüber durchschnittlich sieben Prozent im Mittelstandsdurchschnitt. Die Top 100 sind außerdem besonders effizient: Durch Verbesserungen ihrer Prozesse sparten sie 2015 rund acht Prozent ihrer Gesamtkosten ein (KMU generell: 2,5 Prozent).

Um in ihrer Branche ganz vorne mit dabei zu sein, investieren die Top 100 im Schnitt fast zehn Prozent ihres Budgets in ihre Innovationsfähigkeit. In der Gruppe aller KMU sind es nicht mehr als 1,6 Prozent. Die Strategie zahlt sich aus: 39 Prozent sind nationale Marktführer, jedes zehnte Unternehmen ist sogar Weltmarktführer. Von 2013 bis 2015 sind sie um 20 Prozentpunkte schneller gewachsen als der jeweilige Branchendurchschnitt. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll in den nächsten drei Jahren um zehn Prozent zulegen.

Die Wettbewerbsergebnisse zeigen: Einfache "Kochrezepte" für Innovativität gibt es nicht. Sinnvoll ist es, Mitarbeiter zu Mitunternehmern zu machen. Auch die Einbeziehung von Kunden und Lieferanten zahlt auf die Innovationsfähigkeit ein und ist bei den Top 100 mittlerweile Standard.

Der Wettbewerb
Der Wettbewerb "Top 100", ausgerichtet von Compamedia, feiert Jubiläum: Er geht in diesem Jahr schon in die 25. Runde. Interessierte Unternehmen können sich ab sofort noch bis zum 31. Oktober bewerben. Die wissenschaftliche Leitung hat Nikolaus Franke, Direktor des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien und Gastforscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er und sein Team entscheiden, welche Unternehmen die Auszeichnung erhalten. Eine hochkarätige Jury, unter anderem mit Consulting-Legende Roland Berger, Ex-Telekom-CEO und Investor René Obermann sowie den Unternehmern Jochen Schweizer und Lars Hinrichs, entscheidet dann über die endgültige Platzierung der ersten drei Unternehmen jeder Größenklasse auf dem Siegertreppchen. Die Auszeichnung wird auf dem 5. Deutschen Mittelstandssummit am 29.6.18 in Essen vergeben. Interessierte Firmen können sich ab sofort unter www.top100.de anmelden.

Die Top 100 sind gut unterwegs, doch sie sehen nicht alles rosig. Die Digitalisierung und daraus entstehende radikal andere Geschäftsmodelle empfinden auch die Mittelstandschampions als größte unternehmerische Herausforderung dieser Tage. Gewinnen lässt sich nur, wenn der Unternehmensführung ein "Management des Widerstands" gelingt, den der psychologisch verunsichernde Wandel zwangsläufig mit sich bringt, sagt Nikolaus Franke, wissenschaftlicher Leiter von Top 100 und Direktor des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien.

"Das Management dieses Widerstands ist die Aufgabe, bei der die Unterschiede zwischen den Top 100 und 'normalen' Unternehmen am stärksten hervortreten", so Franke. "Während die erfolgreichen Innovationsführer Wege gefunden haben, wie man mit dem Widerstand umgehen kann, haben die durchschnittlichen Unternehmen hier ihre größte Schwäche." Als durchaus hohe Hürde bezeichnen die Top 100 auch den praktischen Umbau ihrer Unternehmen zu mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Dass die digitale Disruption eine enorme Herausforderung ist, wissen die meisten KMU inzwischen - der intellektuelle Vorsprung der Top 100 ist in diesem Punkt gering. Doch es kommt eben aufs "Tun" an. Von den Top 100 zu lernen, heißt "unternehmerisches Denken und Handeln der Mitarbeiter auf allen Ebenen zu stärken", so Studienautor Franke. "Hierzu gehören Anreize, Transparenz, Vertrauen und eine Führung, die die genannten Eigenschaften aktiv vorlebt."

Top 100 Wettbewerb: Anmelden können Sie sich hier.

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