Dienstag, 11. Dezember 2018

Wengers Weinempfehlungen Die besten Weine aus der Toskana

Liebliche Landschaft, großartige Weine: Die Toskana
Chianti Classico
Liebliche Landschaft, großartige Weine: Die Toskana

Zwischen Florenz und Siena führt die Strada Chiantigiana durch eine der schönsten und geschichtsträchtigen Landschaften Italiens mit Weinbergen, Olivenhainen und Zypressen, für viele Synonym für die Lebensart und heitere Lebensfreude jenseits der Alpen - nicht zuletzt wegen der guten Weine.

Seit die noch aus dem letzten Jahrhundert stammende "Formel" für den Chianti großzügiger ausgelegt werden darf, hat die Qualität zugenommen und der Chianti, der neben den freien Kompositionen aus anderen Weinsorten, die sich nur Vini da tavola, später IGTs nennen durften, ins Hintertreffen geraten war, wieder deutlich gewonnen.

Da die Bezeichnung der Gebiete leider viel zu kompliziert geraten ist (so existieren in der gesamten Toskana 52 Herkunftsbezeichnungen, die aber nur zum Teil auch über die Qualität etwas aussagen) wird sich der wahre Genießer um Aufklärung bemühen, bevor er zum Glas greift. In der Zentraltoskana gibt es derzeit elf Herkunftsbezeichnungen DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita), welche die Herkunft eines Weins kontrollieren, prüfen und garantieren, 41 DOCs mit kontrollierter Herkunft und fünf IGTs (Indicazione geografica Tipica, früher vini da tavola).

Der schwarze Hahn als Qualitätssiegel

Seit einem Jahr gibt es an der Spitze der Qualitätspyramide die "Gran Selezione", eine Kategorie, aus der, entgegen zahlreicher Befürchtungen, in diesem Jahr etliche herausragende Weine vorgestellt wurden. Darunter die Chianti Classico Riserva und eine Ebene tiefer die Chianti Classico Annata Alle Chiantis sind DOCGs, aber nur Weine aus der zentralen Zone an der Strada Chiantigiana dürfen sich Chianti Classico nennen. Diese produzieren im Durchschnitt jährlich 35 Millionen Flaschen, 371 Betriebe dürfen das Qualitäts-Gütesiegel Gallo Nero, den Schwarzen Hahn, auf ihre mit Banderole numerierten Flaschen kleben.

Aus dem Gebiet um Montalcino kommt der Brunello di Montalcino DOCG, in der einfacheren Variante, ohne die vorgeschriebene Lagerung von vier Jahren, im Handel als Rosso di Montalcino DOC. Montepulciano produziert den Vino Nobile di Montepulciano DOCG und seinen einfacheren Bruder Rosso di Montepulciano DOC.

Aus San Giminiano kommt der weiße Vernaccia DOCG, schließlich haben auch die Weine aus Carmignano, westlich von Florenz, DOCG-Status. Auf dem deutschen Markt haben sich die klassischen Produzenten seit Jahren etabliert - wenngleich inzwischen zu teilweise absurd hohen Preisen. Kleinere und jüngere Produzenten tun sich unverändert schwer, einen Importeur zu finden.

Obwohl dadurch einige Novitäten und Trouvaillen unerwähnt bleiben, orientiert sich die folgende Auswahl deshalb an den auf dem deutschen Markt erhältlichen Weinen - bei einer Bestellung direkt auf dem Weingut schlagen die Transportkosten bei den geringen Mengen für den Privatgebrauch überproportional zu Buch.

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