Freitag, 29. Juli 2016

Gründerkolumne Digitale Transformation 2.0@14

Netzwerkkabel: Die Welt ist vernetzt - und Deutschland hinkt hinterher

Die digitale Transformation zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsthemen weltweit. Deutschland ist zwar kein digitales Entwicklungsland, aber auch kein Vorreiter: Ohne eine Netzpolitik verpasst die deutsche Wirtschaft immense Chancen.

Duisburg - Das vergangene Weihnachtsfest war wieder einmal digital. Wir haben Tablet-PCs verschenkt, Fotos vom Weihnachtsbaum gepostet, wie die anderen 26 Millionen Deutsche auch unsere Geschenke online eingekauft, einen allgemeinen Weihnachtsgruß per E-Mail oder Messenger abgesetzt und die Weihnachtslieder vom mp3-Player abgespielt. Haben schnell noch ein Video-Call mit den Lieben in Übersee geführt und im Internet nach der Hilfe für die Betriebsanleitung der neuen elektronischen Eisenbahn gesucht - die digitale Transformation hat eben schon längst auch das heilige Fest erobert.

Da wir auch außerhalb der Weihnachtszeit im digitalen Zeitalter leben, arbeiten, kommunizieren und wirtschaften, ist die digitale Transformation vielleicht das wichtigste gesellschaftliche und wirtschaftliche Thema der Gegenwart. Eine Herausforderung auf allen Ebenen, der wir uns stellen müssen, auch und gerade in der Politik und im zugehörigen Wissenschaftsjahr 2014.

Neueren Studien zur Folge haben inzwischen 76 Prozent der deutschen Erwachsenen einen Zugang zum Internet, 44 Prozent haben ein Smartphone, 60 Prozent sind in einem sozialen Netzwerk angemeldet, 21 Prozent nutzen kostenpflichtige Online-Dienste, 26 Prozent bezahlen online mit einer Kreditkarte, 41 Prozent verkaufen oder versteigern Sachen im Netz und 69 Prozent kaufen allgemein im Internet ein.

80 Prozent aller deutschen Unternehmen sind laut BITKOM mit einer eigenen Webseite im digitalen Datennetzwerk vertreten und die "digitale Wirtschaft" umfasst laut dem Bundesministerium für Wirtschaft rund 850.000 Beschäftigte mit einem Umsatz von 222 Milliarden Euro.

Täglich fast 3 Stunden im Web unterwegs

Auch wenn die Zahl der Internetnutzer in Deutschland auf einem hohen Niveau nur noch langsam steigt, so ist ein weiterer wesentlicher Punkt von Bedeutung: Laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2013 ist ein "Onliner" in Deutschland täglich im Schnitt 169 Minuten im World Wide Web unterwegs. Das bedeutet eine Steigerung von nochmals 36 Minuten im Vergleich zum Vorjahr.

Es sind sogar 218 Minuten bei den 14- bis 29-Jährigen, die insbesondere Online-Zeit in sozialen Netzwerken verbringen. Dies alles sind Beweise dafür, dass die digitale Transformation nicht nur längst im Gange ist, sondern sich in Zukunft weiter verstärken wird.

Der Grund ist einfach: Wir haben eben nicht nur einen Anschlussboom und damit den massenhaften Zugang zum Internet erlebt, sondern auch einen Beteiligungsboom im Hinblick auf die Zeit, die in diesem Medium verbracht wird. Das sind die beiden Schlüssel für technologische, gesellschaftliche, wirtschaftliche aber auch politische Veränderungen.

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